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The Science of Interstellar

  • von Kip Thorne
  • 02. June 2015
thumbnail image: The Science of Interstellar

K. Thorne: The Science of Interstellar, W. W. Norton & Company, New York 2014, 336 S., broschiert, 24,95 $, ISBN 9780393351378

Eine realistische Reise durch ein Wurmloch, das ließ der Film „Interstellar“ von Christopher Nolan erwarten. Immerhin war der renommierte Physiker Kip Thorne, Spezialist für Allgemeine Relativitätstheorie, Ideengeber und als ausführender Produzent mit im Boot. Als der Film im November 2014 in die Kinos kam, fielen die Kritiken sehr gemischt aus, nicht zuletzt unter Physikern: Der Kosmologe Lawrence Krauss, vielen bekannt durch seine Bücher zur „Physik von Star Trek“, nannte Interstellar „einen der schlechtesten Filme, die jemals gemacht wurden“. Der Astrophysiker Neil deGrasse Tyson, der populäre Direktor des New Yorker Hayden-Planetariums, gab Nolans Film dagegen „8 oder 9 von 10 Punkten“ für die Weise, wie er die wissenschaftlichen Aspekte umsetzt. Doch wie viel Wissenschaft, speziell Physik, steckt wirklich in „Interstellar“?
Mit dieser befasst sich Kip Thorne in seinem reich bebilderten Begleitbuch zum Film. Abgesehen von kleineren Exkursen etwa zur Umweltproblematik, ist es fast ausschließlich Aspekten der Allgemeinen Relativitätstheorie gewidmet. Dabei wird klar: Es ging nicht darum, einen realistischen Science-Fiction-Film zu drehen, nicht zuletzt, weil Wurmlöcher extrem unrealistische Objekte sind. Stattdessen war es das Ziel, dass die zugrundeliegenden Spekulationen zumindest einen Ausgangspunkt in seriöser Wissenschaft haben. Kip Thorne behandelt Themen wie „Krümmung des Raums“, „Wurmlöcher“ oder „Die 4. und 5. Dimension“ daher nicht in gängiger populärwissenschaftlicher Weise, sondern möchte nachvollziehbar machen, wie physikalische Überlegungen und Simulationen zu den Filmbildern geführt haben. Dabei macht er auch deutlich, welche kreativen Freiheiten sich der Regisseur genommen hat.

Thorne wagt mit seinem Buch einen schwierigen Spagat: Viele der behandelten physikalischen Konzepte und Visualisierungen sind schon große Herausforderungen für die Vorstellungskraft. Gleichzeitig müssen die Ausführungen ohne Details zu den Formeln und Programmen oft etwas vage bleiben. Besonders verdienstvoll ist aber, dass Thorne jedes Kapitel mit einer der drei Kennzeichungen „truth“, „educated guess“ oder „specula­tion“ klassifiziert. Gewagte Spekulationen werden hier also klar als solche behandelt. Trotzdem haben Kip Thornes Arbeiten fürs Kino sogar zwei Paper in seriösen Physik-Zeitschriften abgeworfen.

Diejenigen, denen der Film nicht gefallen hat, brauchen dieses Buch sicher nicht. Für alle, die neugierig sind, hinter die (nicht nur physikalischen) Kulissen von Nolans Film zu schauen, bietet das Buch von Kip Thorne im wahrsten Sinne des Wortes neue Dimensionen.

Alexander Pawlak

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