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Can the Laws of Physics Be Unified?

  • von Paul Langacker
  • 19. September 2018
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P. Langacker: Can the Laws of Physics Be Unified?, Princeton University Press 2017, geb., 288 S., 35 $, ISBN 9780691167794

Das ungewöhnlichste an diesem Buch ist sicher das Niveau auf dem es angesiedelt ist: Es beackert das Brachland zwischen Populärwissen­schaft und Lehrbuch und bietet für Lesende mit guter wissenschaftlicher Vorbildung einen Überblick der zeitgenössischen Teilchenphysik und Kosmologie, der nicht unterfordert, aber sich gleichzeitig zur Freizeitlektüre eignet.

Nun bedeutet diese Eignung nicht, dass das Buch sonderlich journalistisch geschrieben ist. In seiner Abgrenzung zur typischen Schreibe der angelsächsischen „Popular Science“ geht es vielleicht sogar ein bisschen zu weit: kurze Sätze, immer direkt zur Sache. Das entfaltet hier und dort einen Hemingwayeschen Charme, lässt aber vor allem den Autor vollkommen in den Hintergrund treten. Was Paul Langacker persönlich so denkt, darüber erfährt man kaum etwas. Das Buch liest sich eher wie ein Destillat der Ansichten der gesamten Teilchenphysik-Community.

Das ist beileibe nicht bloß ein Nachteil: Für Fachfremde ist es oft schwer, persönliche Meinung von anerkannten Ansichten zu trennen. Hier braucht man sich nicht sorgen. Langacker berichtet getreu den allgemeinen Konsens in der heutigen Teilchenphysik. Auch was die schwierige Lage der Teilchenphysik nach den anhaltenden Nullresultaten des LHC angeht, berichtet er ehrlich von den Sorgen der Community, ohne defätistisch oder sensationalistisch zu werden. Ob das angestrebte mittlere Niveau überall eingehalten wird, ist Ansichtssache. Für meinen Geschmack driftet es manchmal etwas ins Jargonhafte ab, aber das gleicht ein umfang- und hilfreiches Glossar aus.

Etwas irreführend ist der etwas reißerische Titel, der so gar nicht zum sachlichen Stil des Buches passen will. Die Fragen von großer Vereinheitlichung und Quanten­gravitation werden durchaus kenntnisreich verhandelt. Sie stellen aber nicht den zentralen Fokus des Buches dar. Dieser liegt klar auf den Standardmodellen der Teilchen­physik und der Kosmologie. Auch wird die im Titel gestellte Frage, nach der prinzipiellen Möglichkeit der Vereinheitlichung, selbst eigentlich nicht angesprochen; und zuletzt spielt auch die Konzeption von Naturgesetzen (im Gegensatz zu etwas prosaischeren Dingen wie z. B. Wechselwirkungen, Theorien oder Modellen) im Buch keine Rolle. Das ist aber nur ein kleiner Schönheitsfehler. Für Physiker*innen, die wissen wollen, worüber man in der Teilchenphysik gerade so redet und wie, ohne auf jeder Seite verständnisrelevante Aufgaben durchrechnen zu müssen, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Alexander Blum

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