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Queering MINT: Impulse für eine dekonstruktive Lehrer_innen­bildung

  • von N. Balzter, F. C. Klenk, O. Zitzelsberger (Hrsg.)
  • 29. May 2018
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N. Balzter et al. (Hrsg.): Queering MINT, Verlag Barbara Budrich, Leverkusen 2016, brosch., 317 S., 34,90 €, ISBN 9783847407669

In den Didaktiken der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) werden oft nur fachspezifische Inhalte gelehrt. Dass jedoch auch die fachdidaktische Ausbildung von zukünftigen Lehrenden eine Sensibilisierung im Umgang mit heterogenen – und hierbei steht nicht nur die geschlechtliche Dimension im Fokus – Schüler*innengruppen beinhalten sollte, stellt dieser Sammelband heraus.

Die Herausgebenden Nadine Balzter, Florian Christobal Klenk und Olga Zitzelsberger arbeiten und forschen im Praxislabor des Instituts für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik der TU Darmstadt. Das Buch ist eines der Ergebnisse des Lehr- und Forschungsprojektes „Gender-MINT: Verbesserung der Unterrichtsqualität in MINT-Fächern“ (2010 – 2016). Darin werden drei inhaltliche Schwerpunkte gesetzt: Erstens die „Bedeutung geschlechtswissenschaftlicher und queerer Theorien für Pädagogik und Bildung“ im Allgemeinen und zweitens eine spezifische Ausarbeitung „Gender- und queerinformierter Ansätze in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“ für die einzelnen Fächer – ein Beitrag beschäftigt sich explizit mit Physik. Drittens wendet sich der Abschnitt „Dekonstruktive Impulse für die Lehrer_innenbildung“ noch an die Lehrenden der zukünftigen Lehrer*innen.

Über die verschiedenen Beiträge werden die Lesenden dafür sensibilisiert, dass die fachdidaktische Ausbildung von Lehrenden weitaus mehr als nur das Fachwissen umfassen sollte. Die Beiträge enthalten vereinzelt Impulse für einen gendersensiblen Umgang mit derartigen Situationen, geben jedoch keine standardisierte Lösung vor. Dieses ist aufgrund der Komplexität der Materie auch nicht zu erwarten, da die Lehrenden die Handlungsstrategien entsprechend den Lehr- und Lernsituationen kontext- und situationsabhängig entwickeln müssen.

Die Beiträge aus dem zweiten Abschnitt über die einzelnen Fächer empfinde ich als diejenigen, die am anschaulichsten aufzeigen, warum es wichtig ist, dass ein Unterrichten an Schulen und Hochschulen mehr als nur das Vermitteln von Fachinhalten umfasst. Darin geht es um die Wirkung von Schulbüchern, Unterrichtskonzepten und -praktiken und Experimenten. Die theo­retischen Hintergründe sind vornehmlich im ersten Teil des Buches dargelegt und für Menschen aus den MINT-Fächern eine ungewohnte Lektüre, da sich die Sprache und auch die textliche Struktur stark von naturwissenschaftlichen Ausarbeitungen unterscheidet. Wer sich jedoch darauf einlässt und nach der Einleitung zunächst in den zweiten Teil des Buches wechselt, wird mit einer Breite an Informationen belohnt, die dann auch zum Lesen der verbleibenden theoretischen Beiträge motiviert. Möglicherweise lässt sich im Anschluss an die Lektüre der eigene Unterricht bzw. die eigene Vorlesung betrachten und auch anpassen. Ich jedenfalls wurde dazu inspiriert, in meiner eigenen Lehre (Physikvorlesung) die eine oder andere Anregung gewinnbringend umzusetzen.

Dipl.-Phys. Max Metzger, Hochschule Hannover

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