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Die Erforschung der Exoplaneten – Auf der Suche nach den Schwes­terwelten des Sonnensystems

  • von Bernhard Mackowiak
  • 22. December 2016
thumbnail image: Die Erforschung der Exoplaneten – Auf der Suche nach den Schwes­terwelten des Sonnensystems

B. Mackowiak: Die Erforschung der Exoplaneten – Auf der Suche nach den Schwes­terwelten des Sonnensystems, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2015, 176 S., broschiert, 24,99 €, ISBN 9783440146118

Bereits in der Kindheit, in der die Neugier besonders ausgeprägt ist, übt der Blick in den Sternenhimmel eine besondere Faszination aus und reizt zu existenziellen Fragen: Wo kommen wir her? Was bringt uns die Zukunft? Existiert auch anderswo im Weltall Leben?

Lange galt die letzte Frage als gänzlich unbeantwortbar. Erst die Entdeckung von Exoplaneten – also von Planeten, die um fremde Sterne kreisen – beflügelten vor gut zwanzig Jahren die Fantasien erneut. Die ersten Exemplare waren jedoch sehr lebensfeindlich, denn es handelte sich um heiße Gasplaneten, bei denen man schon sehr viel Vorstellungskraft entwickeln musste, um sich dort irgendwelche Lebensformen auszumalen – die dann mit Sicherheit kaum mit unseren auf der Erde vergleichbar sein dürften. Doch mittlerweile haben die Planetenjäger Kandidaten gefunden, die der Erde ähnlich sehen und zudem in der so genannten habitablen Zone um ihre Zentralgestirne kreisen. Dort sind die zu erwartenden Temperaturen so moderat, dass Wasser – falls vorhanden – in flüssiger Form vorliegen könnte. Damit wären die Umweltbedingungen für die Entstehung von Leben gegeben.

Bernhard Mackowiak zeichnet in seinem Buch die Entwicklungsgeschichte der Planetenentdeckungen nach und gibt exemplarisch einen Überblick über die Vielzahl der mittlerweile entdeckten Objekte. Zudem beschreibt er überaus anschaulich Techniken und Instrumente, mit denen sich die Himmelskörper nachweisen lassen. Dabei gibt er auch einen Ausblick, mit welchen Geräten die Astronomen künftig ins All spähen wollen, um noch verborgene Planeten aufzuspüren – insbesondere solche, die als zweite Erde gelten könnten.
Was also bis vor kurzem noch unbegründbare Glaubenssache war, ist nun kaum mehr zu leugnen: Bei der Vielzahl an Exoplaneten – bei Drucklegung des Buches waren es gut 2000, und einfache Hochrechnungen gehen davon aus, dass es allein in unserer Milchstraße zig Millionen, wenn nicht gar Milliarden sind –, kann kaum jemand mehr guten Gewissens behaupten, dass die Erde der einzige Ort im Universum sei, auf dem sich Leben entwickelt hat.

Diese faszinierenden Gedanken leben bei der Lektüre dieses Buches wieder auf. Wer als Eltern seine heranwachsenden Kinder in die packende Welt der Exoplanetenforschung hineinschnuppern lassen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Aber auch Erwachsenen macht diese Gedankenreise in die Fernen des Weltalls sicherlich größten Spaß – zumal die Reise noch lange nicht zu Ende ist.

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat, Bad Honnef

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