Entscheidung für FAIR

  • 18. November 2015

Das Forschungs­zentrum FAIR wird 2022 seinen Experi­men­tier­­betrieb auf­nehmen, ab 2025 ist Voll­betrieb geplant. Die Partner­länder über­nehmen die Mehr­kosten für das Pro­jekt.

Seit mehr als einem Jahr ist klar: Der Bau der Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) verzögert und verteuert sich. Unklar war aber lange Zeit, was die Konsequenzen dieser Entwicklung sind. Im Frühjahr 2015 wurde daher eine externe Experten­kommission unter Leitung des CERN-General­direktors Rolf-Dieter Heuer eingesetzt, die das Projekt wissenschaftlich und strukturell begutachtet hat. Inzwischen haben sich die Partner­länder verpflichtet, die erwarteten Mehr­kosten von 235 Millionen Euro zu übernehmen. Im Jahr 2022 sollen elf der vier­zehn Experi­mente, die Teil der modularisierten Startversion sind, ihren Betrieb auf­nehmen. Drei Jahre später werden die restlichen drei Experimente folgen. Dies haben BMBF-Staats­sekretär Georg Schütte, die Administrative Geschäfts­führerin von GSI und FAIR GmbH Ursula Weyrich und der Wissenschaftliche Geschäfts­führer der GSI ad interim Karlheinz Langanke am 18. November offiziell bekannt gegeben.

Beim Pressegespräch unterstrich Georg Schütte, dass die größte Heraus­forderung des Projekts darin bestehe, dass die beteiligten Wissen­schaftler damit technologisches Neuland betreten: „Bei FAIR geht es um Entwicklungen, die an der Spitze der Forschung und der Ingenieurs­kunst liegen.“ Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist eine weltweit attraktive Forschungs­stätte, die später für rund 3000 Nutzer offen stehen wird.

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Per Schwertransport wurde der Magnet GLAD aus Frankreich nach Darmstadt geliefert. (Foto: G. Otto / GSI)

Die Experten­kommission hatte das FAIR-Projekt wissen­schaftlich positiv begutachtet und festgestellt, dass FAIR auch mit dem gestreckten Zeit­plan welt­weit führende und einzigartige Spitzen­forschung ermöglichen würde. Gleich­zeitig gab es Vorschläge, das Projekt­management und die Organisations­struktur bei FAIR zu verbessern. Diesen Aufgaben habe man sich direkt angenommen und die Geschäfts­leitung von FAIR neu aufgestellt, so Schütte. Anfang 2016 wird ein neuer Technischer Direktor für FAIR und GSI eingestellt. Zudem gibt es bereits eine Findungs­kommission, um die Position des Wissenschaftlichen Geschäftsführers neu zu besetzen.

Die Kosten für FAIR wurden 2005 auf 1,027 Milliarden Euro geschätzt, inzwischen geht man von 1,262 Milliarden aus, wobei sich diese Zahl auf das Preisniveau von 2005 bezieht und die Zahlen mit einem Eskalations­niveau von 1,3 Prozent pro Jahr angepasst werden müssten. Inzwischen gibt es von allen FAIR-Partner­ländern die Zusage, die Mehr­kosten von 235 Millionen Euro unter­einander aufzuteilen. Deutsch­land trägt davon 173 Millionen, von denen 90 Prozent der Bund bezahlt und 10 Prozent das Land Hessen. Bis zum Sommer 2016 sollen feste Finanzierungs­zusagen aller Partner vorliegen. „Alle Partner stehen hinter dem Projekt und sind überzeugt davon, dass es erfolgreich zu realisieren ist“, freut sich Georg Schütte.

Mit dieser Zusage wurden kürzlich drei Bau­anträge gestellt, und demnächst wird das FAIR-Management die Aufträge dafür vergeben. Die Marsch­route steht nun fest für dieses „Universum im Labor“, wie Karlheinz Langanke das Projekt bezeichnet. So wird FAIR es ermöglichen, das Innere der Kern­bausteine aufzuklären und Fragen der Atom- und Biophysik bis hin zur Entstehung von Galaxien zu klären. „FAIR wird eine neue Ära der nuklearen Astro­physik einläuten“, ist Langanke überzeugt.

Maike Pfalz

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