Ein Glückstag für die Physik

  • 16. November 2015

Ein Jahr nach der Grundsteinlegung ist das Gästehaus des Physikzentrums Bad Honnef nun bezugsfertig.

Seit fast vier Jahrzehnten schätzen Physikerinnen und Physiker aus aller Welt das Physikzentrum Bad Honnef als Begegnungsstätte für den wissenschaftlichen Austausch. Als Folge einer Sanierung verlor das historische Stiftsgebäude Bettenkapazität. Um diese wieder an das Tagungsangebot anzupassen, wurden ein modernes Gästehaus mit 40 Zimmern und eine Tiefgarage errichtet. Anlässlich des Tags der DPG fand am 13. November die feierliche Eröffnung statt.

„Wer baut, der bleibt“, sagte Bernhard Nunner, DPG-Hauptgeschäftsführer. „Nach einer Inves­tition von insgesamt 13 Millionen Euro für die Sanierung des Stiftsgebäudes, den Bau eines zeitgemäßen Hörsaals sowie die Errichtung des Neubaus ist das Physikzentrum bereit für die Zukunft“, verspricht er. Joachim Treusch, Vorstand der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die für den Bau des Gäs­tehauses finanzielle Mittel in Höhe von 5,7 Millionen Euro zur Verfügung stellte, fügte hinzu: „Ein alter Traum wird wahr: Alle, die an den Seminaren im Physikzentrum teilnehmen, können dort wohnen, das heißt: mehr Diskussion und mehr persönlicher Gedankenaustausch – ganz im Sinne unserer Stifter.“ Die Baumaßnahme dient zugleich der Standortsicherung: Der Bürgermeister der Stadt Bad Honnef, Otto Neuhoff, betonte, dass sich die Stadt mit dem neuen Gästehaus weiter als Tagungsort in der Physik etablieren wolle: „Heute ist ein Glückstag“, freute er sich deswegen.

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Feierliche Schlüsselübergabe vor dem neuen Gästehaus (Foto: DPG/Heupel)

Der Entwurf für das neue Gäs­tehaus stammt vom Bremer Architektenteam Klaus Luft-Brix und Johannes Schneider, das im Mai 2012 als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen war. In enger Abstimmung mit der Landesdenkmalpflege ist den Architekten ein Neubau gelungen, der durch die Auswahl der Materialien und seine Farbgestaltung ein harmonisches Ensemble mit dem Stiftsgebäude bildet.

Wichtiger Bestandteil des Gebäudes ist das anspruchsvolle energetische Konzept: Das Haus besitzt eine Geothermieanlage, die den größten Teil der Wärmeversorgung deckt. Sechs Sonden holen dafür Wärme aus 99 Metern Tiefe. Nur im äußerst seltenen Fall muss ein kleiner Gas-Brennwertkessel anspringen. Im Sommer führen die Erdsonden Wärme ins Erdreich ab und kühlen so das Gebäude. Im Winter steht eingelagerte Wärme zum Heizen zur Verfügung. Darüber hinaus besitzt das Gebäude eine Solarthermieanlage. Röhrenkollektoren auf dem begrünten Flachdach erwärmen das Trink- oder Brauchwasser. Am Tag der DPG konnten sich die ersten Gäste von der Behaglichkeit der Zimmer überzeugen.

Gerhard Samulat

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