Standort für Gammateleskop gefunden

  • 17. July 2015

Das Cherenkov Telescope Array CTA soll in Chile und auf La Palma entstehen.

Nach monatelangen Beratungen hat das „Resource Board“ des geplanten Cherenkov Telescope Array (CTA) am 16. Juli beschlossen, das CTA am Standort Paranal des European Southern Observatory (ESO) in Chile sowie am Observatorium Roque de los Muchachos in La Palma auf den Kanaren zu errichten. Mit der ESO sowie dem Instituto de Astrofisica de Canarias sollen nun die Vertragsverhandlungen beginnen. Die konkurrierenden Standorte in Mexiko und Namibia sind damit erstmal aus dem Rennen. „Alle Standorte in der Endrunde waren von hoher Qualität, und der Enthusiasmus und die starke Unterstützung von CTA durch die Befürworter der verschiedenen Standorte haben die Entscheidung sehr schwierig gemacht“, sagte der CTA-Sprecher Werner Hofmann vom MPI für Kernphysik in Heidelberg.

Ziel des in internationaler Kooperation von rund 1000 Wissenschaftlern aus 31 Ländern geplanten CTA ist es, kosmische Gammastrahlung der höchsten Energien bis zu 10 TeV zu vermessen. Wissenschaftler wollen so das Universum nach kosmischen Teilchenbeschleunigern wie Supernova-Explosionen, Doppelsternsystemen oder Aktiven Galaktischen Kernen durchsuchen. Wenn die Gammaquanten in die Erdatmosphäre eindringen, entstehen Schauer von sekundären, geladenen Teilchen. Diese emittieren Cherenkov-Licht, das sich mit Teleskopen registrieren lässt.

CTA

In der Atacamawüste sollen rund hundert Cherenkov-Teleskope unterschiedlicher Größe errichtet werden. (Quelle: CTA)

Während heutige Cherenkov-Teleskope wie H.E.S.S. in Namibia aus maximal fünf Teleskopen bestehen, soll CTA ein Vielfaches davon umfassen: rund hundert Teleskope in der Atacama-Wüste, rund 10 Kilometer südöstlich des Paranal-Observatoriums der ESO, sowie rund zwanzig auf La Palma. Um einen möglichst großen Energiebereich abzudecken, sind drei Teleskoptypen vorgesehen: Einige wenige 24 Meter große Teleskope sind für Energien von einigen zehn bis hundert GeV ausgelegt, mittelgroße Teleskope mit einem Spiegeldurchmesser von zwölf Metern für Energien bis 10 TeV. Hinzu kommen, nur auf der Südhalbkugel, zahlreiche vier Meter große Teleskope für höhere Energien.

Das CTA wurde 2013 in die BMBF-Roadmap für Forschungsinfrastrukturvorhaben aufgenommen, nachdem ihm zuvor der Wissenschaftsrat herausragende Bedeutung aufgrund seiner Einzigartigkeit bescheinigt hatte. Der Bau soll im nächsten Jahr beginnen und bis 2023 abgeschlossen sein. Der deutsche Anteil an den Baukosten beträgt rund 50 Millionen Euro. Bereits bei den Vorgängerprojekten H.E.S.S. und MAGIC, das sich ebenfalls am Roque de los Muchachos befindet, haben deutsche Institute eine führende Rolle gespielt.

Stefan Jorda

Weitere Infos

Share |

Aktuelles Heft

Inhaltsverzeichnis
11 / 2018

thumbnail image: PJ 11 2018

Smarte Experimente

Vielteilchenlokalisierung

Frustriert in Bewegung

Arnold Sommerfeld

Zugang Physik Journal

Nur DPG-Mitglieder haben vollen Zugriff auf alle Hefte und Online-Inhalte des Physik Journal und müssen sich dafür mit ihrer Mitgliedsnummer registrieren » 

Erst wenn die Artikel des Physik Journal älter als drei Jahre sind, stehen sie kostenlos und frei zugänglich zur Verfügung

Als DPG-Mitglied erhalten Sie den Physik Journal Newsletter, wenn Sie sich dafür bei der DPG registrieren »

Mediadaten

Die Mediadaten für Werbe­mög­lich­kei­ten im Phy­sik Jour­nal finden Sie als PDFs hier:
2018 deutsch / englisch

Webinar

Vom Raytracing-Modell zum digitalen Prototypen

  • 22. November 2018

Raytracing ist die Stan­dard­methode zur Ent­wick­lung von opti­schen Sys­te­men und wird ein­ge­setzt, um diese Sys­teme vir­tuell auszu­legen und Vor­her­sagen über ihre opti­schen Ei­gen­schaf­ten zu ma­chen. Ein­satz­be­rei­che sol­cher digi­ta­ler Pro­to­ty­pen sind bei­spiels­weise die Ent­wick­lung von Laser- oder Ab­bil­dungs­sys­te­men.

Alle Webinare »

Site Login

Bitte einloggen

Andere Optionen Login

Website Footer