Olympische Physik

  • 14. July 2015

Bei der diesjährigen Physik-Olympiade im indischen Mumbai landete das deutsche Team im europäischen Spitzenfeld.

Insgesamt 382 Schülerinnen und Schüler aus 82 Ländern sind zur diesjährigen Internationalen Physik-Olympiade – kurz IPhO – ins indische Mumbai gereist, die vom 4. bis zum 12. Juli 2015 stattfand. Die fünf deutschen Schüler haben mit drei Silber- und zwei Bronzemedaillen ein sehr gutes Ergebnis im europäischen Spitzenfeld erreicht.

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Das deutsche Schülerteam der 46. IPhO in Mumbai. V.l.n.r.: Vincent Grande (Silber), Sven Jandura (Silber), Arne Wolf (Bronze), Friedrich Hübner (Silber) und Georg Berger (Bronze) (Foto: S. Petersen / IPN)

Bei der Internationalen Physik-Olympiade stellen die jungen Physiktalente bei kniffligen Aufgaben ihr Können unter Beweis und wetteifern um Edelmetall. Auch in diesem Jahr haben sich die Gastgeber einiges einfallen lassen, um die Aufgaben herausfordernd, spannend und relevant zu gestalten. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrerinnen und Lehrer sowie ehemalige Teilnehmende haben die Aufgaben über einen langen Zeitraum konzipiert, erprobt und verfeinert.

Gegenstand des ersten Prüfungstages war es, die Struktur der DNA an einem Modell zu untersuchen. Mit Hilfe von Beugungsphänomenen konnten die Physik-Olympioniken zumindest in Ansätzen die Experimente nachvollziehen, die zur Entdeckung der Doppelhelixstruktur der DNA geführt haben. Außerdem war ein Experiment zu Oberflächenwellen von Wasser zu bearbeiten. In der theoretischen Klausur behandelten die Schüler Themen wie die Untersuchung der Temperaturverhältnisse auf und in der Sonne, die Anwendung von Extremalprinzipien in der Physik und Grundlagen des Betriebes von Kernreaktoren. Damit deckten die Aufgaben ein breites Spektrum ab und stellten die Teilnehmer vor einige Herausforderungen.

Die fünf deutschen IPhO-Teilnehmer wurden in einem vierstufigen bundesweiten Auswahlwettbewerb unter etwa 500 Schülerinnen und Schülern ausgewählt und anschließend intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Stefan Petersen und Peter Wulff begleiten sie nach Indien. Beide arbeiten am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel, das für Auswahl und Training des Teams verantwortlich ist.

Feierlicher Abschluss der IPhO war die Preisverleihung am 12. Juli. Trotz des hohen Schwierigkeitsgrades haben einige Schüler die Aufgaben des Wettbewerbes nahezu vollständig gelöst. Eine enorme Leistung. Auch die deutschen Schüler konnten überzeugen und kehren jeder mit einer Medaille zurück nach Deutschland: Je eine Silbermedaille ging an Vincent Grande (Platz 57), Friedrich Hübner (Platz 91) und Sven Jandura (Platz 94). Georg Berger (Platz 109) und Arne Wolf (Platz 126) konnten sich eine Bronzemedaille sichern. Damit erreicht Deutschland einen Platz im europäischen Spitzenfeld. Die ersten Plätze gingen auch in diesem Jahr vornehmlich an asiatische Nationen. Für das kommende Jahr haben die Schweiz und Liechtenstein bereits zur 47. IPhO nach Zürich eingeladen.

Steffen Petersen / AP

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