Gehüpft wie gesprungen

  • 29. September 2014

Vom 27. 9. bis 2.10. sind die „Highlights der Physik“ unter dem Motto „Quantenwelten“ zu Gast in Saarbrücken.

Tot oder lebendig? Diese Frage stand am Anfang der kurzweiligen Wissenschaftsshow zum Auftakt der „Highlights der Physik“ in Saarbrücken. So betrat Moderator Ranga Yogeshwar mit einer Plüschkatze die Bühne in der Saarlandhalle, um Schrödingers berühmtes Gedankenexperiment zu demonstrieren. „Schrödingers Katze ist ein wunderbares Beispiel, um zu zeigen, wie verrückt die Welt der Quantenphysik ist“, versprach Yogeshwar, bevor er kurzerhand das Plüschtier mitsamt einer giftig aussehenden grünen Flüssigkeit und einem Geiger-Müller-Zählrohr in einem Pappkarton verpackte. „Quantenwelten“ lautet das Motto des diesjährigen Wissenschaftsfestivals „Highlights der Physik“, und so drehte sich auch am Sonntagabend alles um Experimente und Fragen aus der Quantenwelt. Die Show solle ein bisschen die Tür öffnen in diese Welt, so kündigte Yogeshwar in seinen einleitenden Worten an – und die Show hielt, was sie versprach.

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Staatssekretär Stefan Müller wagte sich auf einen schwebenden Magneten (Bild: W+M Offer).

Die Quantenphysik ist so verrückt, dass selbst Max Planck nicht recht daran glauben wollte. Und dennoch ist diese Welt greifbar und für jeden zugänglich: „Gerade bei den Highlights der Physik sind wir in der Lage zu zeigen, dass jeder interessierte Laie Quantenphänomene in Experimenten gut verfolgen kann“, sagte DPG-Präsident Edward Krubasik. „Außerdem laufen wir heute alle mit Quantenphysik in der Tasche herum.“ Schließlich spielen Quanteneffekte bei Mikrochips in Mobiltelefonen eine große Rolle. Wie klein die Strukturen der Mikroelektronik inzwischen geworden sind, zeigte Krubasik eindrucksvoll an einer Visualisierung des Mooreschen Gesetzes.

Aber bei den Highlights der Physik geht es nicht nur darum, den Alltagsbezug und den Stellenwert der Physik zu verdeutlichen, sondern vor allem um den Nachwuchs. „Ganz wichtig sind dabei Physiklehrer, die ihre Schüler begeistern. Darüber bekommen wir unseren Nachwuchs“, ist sich Krubasik sicher. Er wünschte sich, dass Lehrer mehr Talentsucher für guten Nachwuchs wären als reine „Unterrichter“. Auch Formate außerhalb des Klassenzimmers seien wichtig, um Schülerinnen und Schüler für die Naturwissenschaften und speziell die Physik zu begeistern, meinte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF Stefan Müller. Aus diesem Grund fördert das BMBF seit Beginn an die Highlights der Physik. „Diese Woche in Saarbrücken ist ein sehr gutes Beispiel für solche Formate. Daher hoffe ich darauf, dass hier heute Abend die Wissenschaftler von morgen sitzen.“

Aufgelockert wurde der Abend nicht nur durch Jonglage- und Akrobatikeinlagen, sondern auch durch eindrucksvolle Experimente rund um die Quantenphysik. So demonstrierten Ranga Yogeshwar und Angela Halfar von „Stella Nova Entertainment“ beispielsweise den Photoeffekt – ein ganz simples Experiment, dessen Deutung durch Albert Einstein für die Quantenphysik aber ganz wesentlich war und 1921 mit dem Nobelpreis für Physik gewürdigt wurde.

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In den Zelten am Tbilisser Platz dürfen die Besucher auch selbst Hand anlegen (Bild: W+M Offer).

Doch die große Wissenschaftsshow ist nur ein Programmpunkt in der vollgepackten Woche der „Highlights der Physik“. Ein Kernstück ist die Physik-Ausstellung am Tbilisser Platz mit etwa 30 Exponaten, an denen Experten Rede und Antwort stehen und die Besucher Experimente anschauen oder selbst durchführen können. An Mitmach-Stationen kann man sich beispielsweise sein eigenes Mozart-Stück aus vorgefertigten Taktsequenzen „zusammenwürfeln“ oder sich darin betätigen, Codes zu knacken. In der Ausstellung schweben Eisenbahnen und Geburtstagstorten, und die Besucher können lernen, wie die Kernspintomographie, der Laser, eine Atomuhr oder eine Paul-Falle funktionieren.

Ebenfalls am Tbilisser Platz stehen Zelte für die Kleinen: Das Juniorlabor öffnet seine Pforten für Kinder von 3 bis 10 Jahren, und das Schülerlabor „SinnTec“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse. Jede halbe Stunde finden auf der Bühne am Sankt Johannes Markt Live-Experimente statt. Darüber hinaus runden Wissenschaftsshows mit Stella Nova und den Physikanten sowie wissenschaftliche Abendvorträge das vielfältige und lehrreiche Programm ab, für das wieder einmal Eberhard Wassermann und Axel Carl verantwortlich zeichneten. Noch bis zum Donnerstag lädt das Wissenschaftsfestival in die Saarbrücker Innenstadt ein, um hoffentlich viele Schülerinnen und Schüler für ein naturwissenschaftliches Studium zu begeistern.

Maike Pfalz

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