Zentrum für abgehobene Forschung

  • 27. October 2011

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 26. Oktober auf dem Campus der Universität Stuttgart das Raumfahrtzentrum Baden-Württemberg übergeben.

In der Raumfahrt hat Stuttgart die Nase vorn: Bereits 42 Prozent aller deutschen Beschäftigten in diesem Bereich arbeiten in Baden-Württemberg. Mit der Übergabe des Raumfahrtzentrums Baden-Württemberg (RZBW) an die Universität Stuttgart baut die schwäbische Landeshauptstadt ihre Spitzenposition weiter aus. Das RZBW soll als landesweites Raumfahrtforum für Wissenschaft, Industrie und Öffentlichkeit den Technologietransfer und Gedankenaustausch zwischen den beteiligten Institutionen weiter ausbauen und beste Voraussetzungen für Forschung, Entwicklung und Lehre bieten.


In zweijähriger Bauzeit ist ein rund 60 Meter langes, bananenförmiges Gebäude entstanden, das neun Millionen Euro inklusive Ausstattung gekostet hat. In dem imposanten Neubau arbeiten mehr als 100 Wissenschaftler und Ingenieure in den Bereichen Raumfahrtsysteme, Raumtransporttechnologie, Entwicklung von Satelliteninstrumenten, Astronautik, Flugzeugastronomie und Weltraumphysik – immer in enger Kooperation mit internationalen Partnern aus Industrie, Wirtschaft und Forschungseinrichtungen. Die exzellent ausgestatteten Laborräume und Teststände – dazu zählen u. a. ein Satellitenintegrationsraum, eine Bodenstation und ein Spektrometerlabor, Reinräume, Test- und Studentenlabore – erfüllen alle Industriestandards.

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Abb.: Weit über 100 Wissenschaftler forschen in dem etwa 60 Meter langen Gebäude des Raumfahrtzentrums Baden-Württemberg (Bild: Uni Stuttgart).


Das Raumfahrtzentrum wird unter anderem das Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) mit seinem Kleinsatellitenprogramm und das Deutsche SOFIA-Institut beherbergen. Bei der fliegenden Sternwarte Sofia (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie) handelt es sich um ein umgebautes Flugzeug des Typs Boeing 747-SP. Sie führt ein 2,7 Meter großes Teleskop an Bord und konnte im Frühjahr 2011 ihren wissenschaftlichen Betrieb aufnehmen. Das RZBW verfügt über einzigartige Plasmawindkanäle für die Wiedereintrittsforschung, zudem werden dort Sensoren für die Weltraumstation und elektrische Raumfahrtantriebe entwickelt und kosmische Staubforschung betrieben. Damit ist das neue Raumfahrtzentrum die größte universitäre Ideen- und Technologieschmiede im Bereich der Raumfahrt in Europa.


Wichtig für die Standortwahl des neuen Zentrums war die räumliche Nähe zu den Luft- und Raumfahrtinstituten der Universität sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zudem besitzt die Uni Stuttgart mit etwa 2000 Studierenden die europaweit größte Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik und Geodäsie. All diesen Studierenden bietet das neue Zentrum jetzt eine attraktive Ausbildung in diesem vielversprechenden Bereich. „Mit der Eröffnung des Raumfahrtzentrums Baden-Württemberg wird die Universität Stuttgart zur größten und wichtigsten universitären Forschungs- und Ausbildungsstätte Europas im Bereich der Raumfahrt“, freut sich Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, der sich vom RZBW ein strategisches Netzwerk zwischen Universität, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft erhofft.

Universität Stuttgart / Maike Pfalz

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