Wird 2015 das „Lichtjahr“?

  • 14. September 2011

Die Europäische Physikalische Gesellschaft macht sich dafür stark, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2015 zum „Internationalen Jahr des Lichts“ ausrufen.

Das Elektron ist tot, es lebe das Photon. Glaubt man den Experten, so befinden wir uns nach dem „Jahrhundert des Elektrons“ nun im „Jahrhundert des Photons“. Licht steht als universelles „Werkzeug“ erst am Anfang einer Erfolgsstory, zu der heute zum Beispiel das Internet per Glasfaser oder lasergeschweißte Autokarosserien beitragen. Gleichzeitig verdanken wir den Großteil unseres Wissens über das Universum dem „Botschafter“ Licht. Angesichts dieser überragenden Bedeutung von Licht möchte die Europäische Physikalische Gesellschaft (EPS) die Vereinten Nationen davon überzeugen, das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Lichts zu erklären.

Diese Initiative soll an den Erfolg des Weltjahres der Physik 2005 anknüpfen, das den 100. Geburtstag des „Annus mirabilis“ markierte, in dem der junge Albert Einstein seine bahnbrechenden Arbeiten zum Photoeffekt, zur speziellen Relativitätstheorie sowie zur Brownschen Bewegung veröffentlichte. 2015 gäbe es gleich mehrere runde Geburtstage zu feiern, darunter den 100. Geburtstag der Allgemeinen Relativitätstheorie, in der Licht eine zentrale Rolle für die Struktur von Raum und Zeit spielt. Darüber hinaus stehen an: der 200. Geburtstag von Augustin Fresnels erster Arbeit zur Wellennatur von Licht, der 150. Geburtstag der berühmten Gleichungen der Elektrodynamik von James Clerk Maxwell sowie der 50. Geburtstag der Entdeckung der Mikrowellen-Hintergrundstrahlung durch Arno Penzias und Robert Wilson.

Das Konzept der EPS sieht über das ganze Jahr verteilt weltweite Veranstaltungen zu vier Themenbereichen vor: Science for Light (Eigenschaften von Licht und Bedeutung für die Wissenschaft), Tools for the Future (Licht als Werkzeug in Medizin, Kommunikation, Energie), Light for Development (u.a. emissionsarme Beleuchtung, Solarenergie) und Pioneers of Light (Wissenschaftsgeschichte). Diese Veranstaltungen sollen dazu beitragen, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Bedeutung von Licht und lichtgetriebenen Technologien zu schärfen.

Zu den bisherigen Unterstützern der Initiative zählen mehrere Fachgesellschaften, darunter die European Optical Society, die American Physical Society sowie die Optical Society of America. Die Organisatoren hoffen nun auch auf die Unterstützung der International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP), deren nächste Generalversammlung im November in London stattfindet. 

Stefan Jorda 

 

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