Goldmedaille in Peking

  • 25. July 2018

Das deutsche Physik-Nationalteam errang beim IYPT in Peking einen hervorragenden dritten Platz und damit eine Goldmedaille.

An der Spitze nichts Neues: Zum bereits sechsten Mal in Folge gewann das Schülerteam aus Singapur das International Young Physicists‘ Tournament (IYPT), das in diesem Jahr in Peking stattgefunden hat. Im Finale wurde das Team seiner Favoritenrolle gerecht und verwies China, Deutschland und Korea auf die Plätze 2 bis 4. Das deutsche Team sicherte sich mit dem hervorragenden dritten Platz eine Goldmedaille. Insgesamt 32 Teams hatten sich bei diesem anspruchsvollen Wettbewerb, der heute mit der „Closing Ceremony“ endet, spannende Fights geliefert.

Das Besondere am IYPT sind die 17 Aufgaben, die sich zwar in wenigen Worten formulieren lassen, zur Beantwortung aber meist die Bearbeitung eines richtigen Forschungsprojekts erfordern. Dazu gehören das Studium der Fachliteratur, der Aufbau und die Durchführung eines Experiments und die theoretische Modellierung. In diesem Jahr bestanden die Aufgaben beispielsweise darin, ein farbiges Material zu einem Pulver zu verarbeiten und zu analysieren, wie die Korngröße die Farbe des verkleinerten Materials beeinflusst, oder eine Münze auf den Hals einer stark gekühlten Flasche zu legen und ihren Tanz zu genau zu beschreiben. Im Finale präsentierte das deutsche Team seine Lösung zur Aufgabe „akustische Levitation“, bei der es galt zu untersuchen, wie kleine Objekte in akustischen Stehwellen schweben und sich manipulieren lassen.

Ungewöhnlich ist auch das Reglement des Wettbewerbs: Jeweils drei der fünfköpfigen Teams treten gegeneinander mit unterschiedlichen Rollen an. Das „Reporter-Team“ präsentiert seine Lösung, das „Opponent-Team“ sucht darin nach Schwachstellen, und das „Reviewer-Team“ bewertet beide. Im Rahmen eines „Fights“, der drei Stunden dauert, nimmt jedes Team jede Rolle einmal ein und erhält dafür Punkte von einer Fachjury. Siegreich ist am Ende das Team, das nicht nur eine überzeugende Lösung präsentiert, sondern diese in einem rhetorischen Wettstreit auf Englisch überzeugend verteidigen kann.

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Das erfolgreiche Team, das beim diesjährigen IYPT in Peking für Deutschland angetreten ist: (v.l.n.r) Paul Linke, Toni Beuthan, Saskia Drechsel, Frederik Gareis und Martin Link. (Foto: DPG/Wechsler 2017)

Für das deutsche Team hatten sich in diesem Jahr beim German Young Physicists‘ Tournament und einem anschließenden Auswahl-Workshop vier Schüler und eine Schülerin qualifiziert: Paul Linke aus Löbau, Toni Beuthan aus Langenau, Saskia Drechsel aus Dippoldiswalde, Frederik Gareis aus Kronach und Martin Link aus Kirchheim bei München. Mit 16 bis 18 Jahren sind alle Teilnehmer noch sehr jung und nahmen zum ersten Mal am IYPT teil.

Beim Wettbewerb in Peking überzeugte das deutsche Team vom ersten Wettkampftag an mit einer sehr starken Leistung. Bereits nach der zweiten Runde von fünf war klar, dass neben den drei Teams mit den meisten Punkten nur dasjenige Team ins Finale einziehen würde, das jedes Duell für sich entscheiden kann. So war die Marschrichtung für Deutschland klar – und tatsächlich gelang es, alle fünf Runden siegreich zu absolvieren und als Team mit den viertmeisten Punkten und als einziges Team, das nicht aus Asien stammt, ins Finale einzuziehen. Dort arbeitete sich das deutsche Team auf den dritten Platz vor und darf bei der heute anstehenden Abschlusszeremonie seine Goldmedaille in Empfang nehmen. Im nächsten Jahr lädt dann Polen in die Hauptstadt Warschau zum 32. IYPT ein.

Maike Pfalz

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