Ein Fahrstuhl für Einstein

  • 06. July 2018

Am 6. Juli wurde das Hannover Institute of Technology mit seinem 40 Meter hohen Einstein-Elevator feierlich eingeweiht.

Vor rund fünf Jahren sind in der Hannoveraner Nordstadt die ersten Bagger gerollt, um das Fundament zu legen für das Hannoversche Institut für Technologie (HITec). Am 6. Juli wurde dieses einmalige interdisziplinäre Forschungszentrum, das mehr als hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Physik, Geodäsie und Ingenieurwissenschaften Platz bietet, feierlich eingeweiht. Das Herzstück ist ein 40 Meter hoher Fallturm – der Einstein-Elevator –, der bis zu hundert Mal am Tag für jeweils vier Sekunden Experimente in Mikrogravitation ermöglicht.

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Blick in den 40 Meter hohen Einstein-Elevator (Foto: Kommunikation und Marketing / M. Matthey)

Das knapp 30 Millionen Euro teure HITec vereint drei Forschungsgebiete unter einem Dach: Der Bereich Quantentechnologien zielt darauf ab, grundlegende quantenphysikalische Phänomene zu erforschen und gezielt zu manipulieren. Bei den optischen Technologien geht es darum, geeignete Sensorkonzepte und Technologieplattformen zu entwickeln. Darüber hinaus wollen die Hannoveraner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neuartige Quantensensoren für den Einsatz im Labor, in terrestrischen Kampagnen und Weltraummissionen erproben und fertigen.

Neben dem Freifallsimulator gibt es Labore, die für Präzisionsexperimente auf Quantenniveau ausgelegt sind, sowie zwei weitere Großgeräte: An einer Faserziehanlage lassen sich optische Fasern herstellen, die beispielsweise als weltraumtaugliche Faserlaser und bei faseroptischen Anwendungen zum Einsatz kommen können. Darüber hinaus dient eine Atomfontäne (Very Large Baseline Atom Interferometer) dazu, hochpräzise Messverfahren auf Basis von Materiewellen zu erforschen und zu entwickeln. „Das HITec ist ein Forschungsbau auf Weltniveau. Die neuen Labore sind hervorragend für Präzisionsexperimente ausgelegt. Die Forschungsgroßgeräte sind weltweit einzigartig“, sagte der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler in seinem Grußwort.

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Bei der feierlichen Einweihung (von links nach rechts): Wolfgang Ertmer (Institut für Quantenoptik), Stefan Schostok (Oberbürgermeister von Hannover), Volker Epping (Präsident der LUH) und Ludger Overmeyer von Laserzentrum Hannover. (Foto: Kommunikation und Marketing / Michael Matthey)

Einen Tag vor der Einweihung hat die DFG ihren neuesten Förderatlas veröffentlicht, welcher die Universität Hannover erneut als diejenige Hochschule in Deutschland ausweist, die im Bereich Optik und Quantenoptik mit 15,3 Millionen Euro am erfolgreichsten Mittel bei der DFG eingeworben hat. „Spitzenforschung braucht aber nicht nur exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch räumliche Gestalt. Daher bin ich glücklich, dass wir mit dem Hannover Institute of Technology (HITec) nun auch ein Gebäude haben, welches einen interdisziplinären Campus im Querschnittsbereich Physik / Geodäsie implementiert“, sagte Volker Epping, Präsident der Universität Hannover, anlässlich der Eröffnung.

Der neue Hannoveraner Forschungsbau ist entstanden aus dem früheren Exzellenzcluster QUEST (Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research), der 2007 bewilligt, aber nach der ersten Förderperiode nicht verlängert wurde. Die Forschungsthemen, die künftig bei HITec bearbeitet werden sollen, sind eng in die Kernthemen der beiden nun beantragten Exzellenzcluster eingebunden: QuantumFrontiers (Grundlagenforschung mit Licht und Materie an der Quantengrenze) und PhoenixD (interdisziplinäre Verschmelzung von Photonik, Optik und Ingenieurwesen). Entsprechend gespannt dürften die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am HITec darauf sein, welche Entscheidungen die Kommission der Exzellenzstrategie Ende September trifft.

Maike Pfalz

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