10 Jahre Forschung für die Energiewende

  • 27. June 2018

Am 26. Juni feierte das KIT-Zentrum Energie zehnjähriges Jubiläum - bei dieser Gelegenheit wurde auch der Heinrich-Hertz-Preis verliehen.

Die Energiewende in Deutschland ist beschlossene Sache – doch ihre Umsetzung erfordert weiterhin intensive Forschungsanstrengungen. Zu den wissenschaftlich-technischen Herausforderungen zählen beispielsweise Stromspeicherung, Elektromobilität oder Stromumwandlung zu Wärme. Seit nunmehr zehn Jahren verbindet das KIT-Zentrum Energie in Karlsruhe grundlegende und angewandte Forschung im natur-, wirtschafts-, aber auch sozial-, geistes- und rechtswissenschaftlichen Bereich, um den gesamten Energiekreislauf ganzheitlich zu betrachten. Mit rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es inzwischen zu einem der größten Energieforschungszentren in Europa herangewachsen. Das zehnjährige Jubiläum feierte das KIT-Zentrum am 26. Juni auf seiner Jahrestagung.

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Auf der Festtagung am 26. Juni  wurde auf die letzten zehn Jahre Energieforschung am KIT zurückgeblickt. (Abb. KIT / Allg. Serv. - Crossmedia)

Die Energieforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) berücksichtigt alle Ansätze für eine sichere Energieversorgung und stellt die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für den Energiemix der Zukunft in den Mittelpunkt. „Die mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Welt mit Energie zu versorgen – dieser enormen Aufgabe müssen sich Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam stellen. Dabei ist die Energieversorgung untrennbar verknüpft mit der Arbeit an Lösungen zur künftigen Mobilität und Informationsinfrastrukturen“, sagt Holger Hanselka, Präsident des KIT. „Zu diesen großen gesellschaftlichen Herausforderungen leistet das KIT maßgebliche Beiträge.“

Höhepunkt der Jubiläums-Veranstaltung war die Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Heinrich-Hertz-Preises der EnBW-Stiftung an Thomas Schulenberg und Albert Moser. Schulenberg, wissenschaftlicher Sprecher des KIT-Zentrums Energie und Leiter des Instituts für Kern- und Energietechnik, erhielt den Preis für seine Arbeiten zur Erhöhung der Leistung und des Wirkungsgrades von Gasturbinen. Zudem widmete er sich wichtigen Fragen von nuklearer, konventioneller und regenerativer Kraftwerkstechnik, beispielsweise im Bereich der Geothermie. Moser ist einer der „geistigen Väter“ des Kopernikus-Projekts ENSURE, dem nationalen Forschungsprogramm zu neuen Netzstrukturen für die künftige Energieversorgung. Er berät die Bundesregierung, zahlreiche Netzbetreiber und Energiefirmen, darunter die großen Übertragungsnetzbetreiber und Energiekonzerne.

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Im Rahmen der Jahrestagung verlieh Wolfram Münch (Mitte), Leiter „Forschung und Innovation“ der EnBW, den Heinrich-Hertz-Preis an Albert Moser (links) und Thomas Schulenberg (rechts). (Abb. KIT / Allg. Serv. - Crossmedia)

Während der Jahrestagung blickten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in verschiedenen Vorträgen auf die bisherige Forschung und Geschichte des KIT-Zentrums zurück und stellten aktuelle Entwicklungen und Themenschwerpunkte vor. Ein verbindendes Thema war die Ausgestaltung der Energiewende. So ging es unter anderem um die Möglichkeiten der dekarbonisierten Energieerzeugung, um die Weiterentwicklung der Batterietechnologie oder um neueste Power-to-Gas-Technologien, wie sie am KIT entwickelt werden.

Zehn Jahre erfolgreicher Energieforschung ist für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kein Grund zum Ausruhen, sondern „vielmehr Motivation und Ansporn, weiter an Antworten auf die drängenden gesellschaftlichen Fragen zu arbeiten“, unterstreicht Holger Hanselka. So steht mit dem Energy Lab 2.0 am KIT eine Testplattform zur Verfügung, welche die Stromerzeuger, Speicher und Verbraucher erstmals intelligent vernetzt. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und dem Forschungszentrum Jülich untersucht das KIT hier das Zusammenspiel von zentraler und dezentraler Energieversorgung. Zusammen mit sechs weiteren Helmholtz-Zentren entwickelt das KIT außerdem im Projekt „Energiesystemintegration“ maßgeschneiderte Modelle für Energiesysteme der Zukunft.

Maike Pfalz / KIT

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