Zackige Astrophysik

  • 13. December 2017

Zwei neue Briefmarken würdigen Höhepunkte der astrophysikalischen Forschung.

Drei Tage vor der Nobelpreis-Zeremonie, bei denen die Mitbegründer des LIGO-Detektors ausgezeichnet wurden, erschienen zwei Briefmarken zum Thema „Astrophysik“. Die 70-Cent-Marke würdigt den Nachweis von Gravitationswellen, die 45-Cent-Marke die Gaia-Mission zur Kartierung der Milchstraße.

Die öffentliche Vorstellung der astrophysikalischen Postwertzeichen fand am 7. Dezember im Haus der Astronomie in Heidelberg statt. Im Foyer stand den Briefmarkeninteressierten ein „Sonderpostamt“ für diese Briefmarken bereit, das nach der Präsentation für eine Woche in der Postfiliale Bismarckplatz besucht werden kann.

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Die Gravitationswellen zweier verschmelzender Schwarzer Löcher ist das Motiv der 70-Cent-Briefmarke. (Gestaltung: Andrea Voß-Acker, Wuppertal / Motiv: S. Ossokine, A. Buonanno (AEI), SXS, W. Benger (AHM) )

Die 70-Cent-Marke zeigt die Simulation der Gravitationswellen zweier verschmelzender Schwarzer Löcher, wie sie die LIGO-Detektoren am 14. September 2015 erstmals beobachten konnten. Die Simulation stammt aus der Abteilung „Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie“ von Alessandra Buonanno am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam. „ Wir haben neben Schwarzen Löchern nun auch Neutronensterne beobachtet, und der diesjährige Nobelpreis wurde für den Nachweis der Gravitationswellen durch LIGO verliehen. Die Briefmarke kommt genau zur richtigen Zeit“, sagte Andrea Buonanno.

Zu richtigen Zeit kam auch Serguei Ossokine ans MPI für Gravitationsphysik. Sein erster Arbeitstag dort war der 15. September 2015 und begann mit der Aufgabe, eine numerisch-relativistische Wellenform zu erzeugen, welche die Parameter der ersten Messung von Gravitationswellen mit LIGO reproduziert. Dies führte zum Motiv auf der Briefmarke.

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Die 45-Cent-Marke schmückt eine künstlerische Darstellung des ESA Gaia-Satelliten vor der Milchstraße (Gestaltung: Andrea Voß-Acker, Wuppertal / Motiv: ESA/ATG medialab/ESO/S. Brunier )

An der Gaia-Mission sind ebenso wie an LIGO deutsche Forscherinnen und Forscher führend beteiligt. Der Ende 2013 gestartete Satellit, mit dem sich jetzt Postkarten frankieren lassen, soll ein Prozent unserer Milchstraße kartieren, also rund eine Milliarde Sternen. Das umfasst die Messung der Positionen, Entfernungen, Eigenbewegungen, Helligkeit, Farben und Temperaturen der Sterne. Zu mehr als 100 Millionen Sternen wird Gaia zudem Radialgeschwindigkeiten und Spektren bestimmen. Die Mission soll bis mindestens 2019 in Betrieb sein. Das erste große Daten-Release ist im April nächsten Jahres zu erwarten. Der vollständige Sternenkatalog soll 2022 erscheinen.

Ob mit Gravitationswellen geschmückte Briefe auch mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden oder die Gaia-Briefmarke für Sendungen in die gesamte Milchstraße gilt, teilte das für die Postwertzeichen zuständige Bundesfinanzministerium nicht mit.

Alexander Pawlak / MPIA

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