Historisch ausgezeichnetes IBM-Forschungslabor

  • 27. September 2017

Die Europäische Physikalische Gesellschaft (EPS) zeichnet IBM Research in Rüschlikon als "EPS Historic Site" aus.

Rüschlikon ist zwar nur eine kleine Gemeinde mit weniger als 6000 Einwohnern rund acht Kilometer von Zürich entfernt, und doch wurde hier Wissenschaftsgeschichte geschrieben: Seit 1963 befindet sich dort das IBM-Forschungszentrum, in dem das Rastertunnelmikroskop entwickelt und die Hochtemperatur-Supraleitung entdeckt wurden. Durch die beiden Physik-Nobelpreise 1986 und 1987 an insgesamt vier IBM-Forscher erlangte das Forschungslabor internationales Ansehen.

Diese hohe Auszeichnung für Heinrich Rohrer, Gerd Binnig, Georg Bednorz und K. Alex Müller bestätigte eine Aussage von IBM-Geschäftsführer Thomas Watson Jr. Bereits 1956 sagte er zur Eröffnung des ersten IBM-Forschungslabors in Europa: „Fortschritte in den Feldern des menschlichen Bestrebens gehen zu einem Großteil auf die Kooperation der besten verfügbaren Gehirne und Talente zurück.“

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Alessandro Curioni, Direktor des IBM-Forschungslabors (links), und EPS-Präsident Rüdiger Voss (rechts) enthüllen die EPS-Plakette. Vergrößerte Ansicht (Foto: Thomas Schlund)

Mehr als 60 Jahre später hat die European Physical Society (EPS) das IBM-Forschungszentrum nun für die zahlreichen wissenschaftlichen Innovationen als „Historic Site“ gewürdigt, die von hier ausgingen. In einer Feierstunde am 26. September mit 100 Mitarbeitern und Gästen enthüllten EPS-Präsident Rüdiger Voss sowie sein Vorgänger Christophe Rossel die entsprechende Plakette.

Dabei war die Schweiz nicht IBMs erste Wahl: 1955 hatte der IBM-Wissenschaftler Arthur Lee Samuel, ein Pionier in der künstlichen Intelligenz, drei mögliche Standorte für ein Forschungslabor in Europa benannt: England, die Schweiz und die Niederlande – in dieser Reihenfolge. Mit dem neuen Labor verfolgte er neben dem Ziel, neue Entdeckungen zu machen, auch die Idee, stärkere Bindungen zu Europas Top-Universitäten aufzubauen und die besten Talente anzuziehen. Da er in England gebeten wurde, britische Wissenschaftler bei der Einstellung zu bevorzugen, fiel die Wahl auf die Schweiz, wo Samuel mehr Flexibilität erhielt. Heute arbeiten im IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 45 verschiedenen Ländern.

Die Schweiz hat damit nach dem Einstein-Haus in Bern, dem CERN Synchrozyklotron und der Universität Genf die nächste Auszeichnung der EPS erhalten. In Deutschland befinden sich derzeit drei „Historic Sites“ der EPS: das Institut Berlin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, die Physik-Fakultät der LMU München sowie das frühere Physikalische Institut in Würzburg, das inzwischen als Röntgen-Gedächtnisstätte dient.

Maike Pfalz / IBM

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