Ein Gebäude für die klügsten Köpfe

  • 30. January 2017

Auf dem Campus der Universität Mainz hat das Helmholtz-Institut Mainz offiziell einen großzügigen Neubau bezogen.

Am 27. Januar wurde der Forschungsbau des Helmholtz-Instituts Mainz (HIM) auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität offiziell eröffnet. Universitätspräsident Georg Krausch hieß die knapp 200 Gäste willkommen und bemerkte mit einem Augenzwinkern, dass sich die große Freude über die Fertigstellung des repräsentativen und funktionalen Gebäudes schon in der Anzahl der Grußworte ausdrücke: Gleich fünf Sprecher der am Bau beteiligten Institutionen ergriffen das Wort.

Das HIM war 2009 als erstes Helmholtz-Institut in Deutschland gegründet worden und spiegelt die enge Zusammenarbeit der Physik und Kernchemie der Universität Mainz mit dem GSI Helmholtzzentrum in Darmstadt wieder. Zwei Jahre darauf empfahl der Wissenschaftsrat, einen Bau mit Büros und Laborräumen auf dem Gelände der Universität zu errichten, in dem bis zu 170 Wissenschaftler gemeinsam arbeiten können. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit war das dreigeteilte Gebäude im Sommer 2016 bezugsfertig.

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Bei der Einweihung des neuen Forschungsbaus ließen sich (v. r.) Uni-Präsident Georg Krausch, Markus Rank (Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung), Staatssekretär Salvatore Barbaro, Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, HIM-Direktor Frank Maas und Paolo Giubellino, Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI und FAIR, vor dem Kunstwerk von Mario Hergueta fotografieren.
(Quelle: B. Eßling)

Seither wurden die 79 Räume im viergeschossigen Bürotrakt bezogen. Nach der sicherheitstechnischen Abnahme kehrt nun auch im Labortrakt Leben ein. Die zehn Laser- oder Chemielabore befinden sich auf zwei Ebenen im hinteren Teil des Gebäudes. Dazwischen liegt die bis zu zehn Meter hohe Experimentierhalle, in der sich Beschleunigerkomponenten und Detektoren auch in einem Reinraumlabor fertigen, montieren und testen lassen. „Die Laborflächen haben wir dringend gebraucht,“ stellte HIM-Direktor Frank Maas fest. „Für die Zusammenarbeit der Forschungsgruppen sind aber auch die Besprechungszimmer sehr wertvoll.“ Auf jedem Stockwerk gibt es einen dieser Räume für interaktive Videokonferenzen.

Die Finanzierung des Neubaus inklusive der technischen Ausrüstung in Höhe von 35 Millionen Euro übernahmen der Bund und das Land Rheinland-Pfalz. Salvatore Barbaro, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, ist überzeugt, dass die herausragende Infrastruktur dafür sorgen wird, die klügsten Köpfe ans HIM zu locken. Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Otmar D. Wiestler, und der neue Wissenschaftliche Geschäftsführer der GSI, Paolo Giubellino, stimmten darin überein, dass das HIM ein exzellentes Vorbild für die acht weiteren Helmholtz-Institute ist. Die Wissenschaftler der universitären Arbeitsgruppen lösen an HIM in langfristiger enger Zusammenarbeit mit der GSI weitgreifende Forschungsfragen. Beide wünschten sich, dass der voranschreitende Aufbau der Beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt dazu beträgt, diesen erfolgreichen Ansatz noch zu vertiefen.

Der Forschungsbau „Structure, Symmetry and Stability of Matter and Antimatter“, wie das neue Zuhause des HIM offiziell heißt, besticht auch in Details. So öffnet sich der geräumige Fahrstuhl zwischen Büro- und Labortrakt nach drei Seiten und ermöglicht es, schnell und bequem zwischen den höhenversetzten Ebenen zu wechseln. Am Geländer der Treppenhäuser sind die Stockwerke und Richtungen in Braille-Schrift vermerkt. Die Trennwand zwischen den Trakten hat der Nauheimer Künstler Mario Hergueta gestaltet: Geometrische Formen, reflektierend in Silber oder gemustert in Schwarz, Grau und Weiß, symbolisieren die Dynamik, die von der Kollaboration an HIM zu den Partnern ausstrahlen soll.

Kerstin Sonnabend

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