Preisgekrönte Physik

  • 17. November 2016

Die DPG-Preisträgerinnen und Preisträger für das Jahr 2017 stehen fest.

Am „Tag der DPG“, der traditionell Anfang November stattfindet, wählten die Preiskomitees der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2017 aus. Mit den unterschiedlichen Preisen werden besondere Leistungen in der Physik ausgezeichnet. Überreicht werden die Preise auf der 81. DPG-Jahrestagung im März 2017 in Münster bzw. bei der DPG-Frühjahrstagung in Dresden.

Die Max-Planck-Medaille – die höchste Auszeichnung der DPG für Theoretische Physik – erhält Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Spohn von der TU München, „in Würdigung seiner bedeutenden Beiträge zur Statistischen Physik hinsichtlich der Aufklärung des Übergangs von mikroskopischer Physik zu makroskopischem Verhalten“. Herbert Spohn hat grundlegende Beiträge zur Statistischen Physik im Gleichgewicht und Nichtgleichgewicht sowie zur Quantenphysik geleistet.

Die Stern-Gerlach-Medaille, die höchste Auszeichnung der DPG für Experimentelle Physik, erhält Prof. Dr. Laurens W. Molenkamp von der Universität Würzburg „für die experimentelle Beobachtung des topologischen Isolatorzustands in HgTe-Quantentöpfen, eines neuen Zustands der kondensierten Materie. Seine bahnbrechenden Arbeiten haben die Basis für das neue Forschungsgebiet der topologischen Quantenmaterialien gelegt und eröffnen faszinierende Anwendungen“. Laurens W. Molenkamp hat sich insbesondere durch wegweisende Arbeiten zu den physikalischen Eigenschaften topologischer Isolatoren ausgezeichnet.

Werner Hofmann (links) erhält 2016 die Stern-Gerlach-Medaille der DPG. Herbert Wagner (rechts) wird mit der Max-Planck-Medaille ausgezeichnet.

Herbert Spohn (links) erhält 2017 die Max-Planck-Medaille der DPG. Laurens Molenkamp (rechts) wird mit der Stern-Gerlach-Medaille ausgezeichnet (Bilder: TU München und DFG/David Ausserhofer).

Neben den beiden höchsten Auszeichnungen werden weitere hervorragende Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet: Den Gustav-Hertz-Preis 2017 erhält Prof. Dr. Dennis Meier, NTNU in Trondheim (Norwegen) für seine richtungsweisenden Arbeiten zu Domänenwänden in Multiferroika. Der Walter-Schottky-Preis würdigt Beiträge zur Physik der kondensierten Materie und geht 2017 an Dr. Helmut Schultheiß, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, für seine grundlegenden Arbeiten zum Verständnis der Spinwellen-Propagation in Nanostrukturen und deren Anwendung in neuen funktionalen Bauelementen zum Transport und zur logischen Verarbeitung von Information.

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis würdigt Beiträge zur Physik von interdisziplinärer Bedeutung und geht 2017 an Prof. Dr. Metin Tolan, TU Dortmund, in Anerkennung seiner Verdienste bei der Verbreitung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und Denkweisen in der interessierten Öffentlichkeit. Er hat dafür neue Formate entwickelt, die er mit hohem didaktischen Geschick vermittelt. Den Herta-Sponer-Preis 2017 erhält Dr. Isabelle Staude, Universität Jena, in Anerkennung ihres zukunftsweisenden Beitrags zur Grundlagenforschung in der Nanophotonik. Mit dem Georg-Kerschensteiner-Preis 2017 wird Prof. Dr. Joachim Wambsganß, Universität Heidelberg, ausgezeichnet in Anerkennung seiner außergewöhnlichen Leistungen bei der Konzeption und Umsetzung des innovativen medien-übergreifenden Projektes „Universum für alle!“.

Darüber hinaus vergibt die DPG gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften internationale Preise: Der deutsch-britische Max-Born-Preis geht an Prof. Carlos S. Frenk, University of Durham in Großbritannien, für seine grundlegenden Beiträge zur Physik der kalten Dunklen Materie mittels numerischer Simulationen kosmischer Strukturbildung. Mit dem deutsch-französischen Gentner-Kastler-Preis wird Prof. Dr. Johannes Orphal, KIT, ausgezeichnet für seine herausragenden Beiträge zur Vermessung atmosphärischer Spurengase mit Hilfe hochauflösender Spektroskopie. Der deutsch-polnische Marian-Smoluchowski-Emil-Warburg-Preis geht 2017 an Prof. Andrzej Michał Oleś, Jagiellonian University Krakau für seine Arbeiten über komplexe Ordnungsphänomene in der Festkörperphysik, insbesondere unter Einbeziehung orbitaler Freiheitsgrade des Elektrons. Gemeinsam mit der Optical Society of America zeichnet die DPG 2017 Prof. Dr. Randall Hulet von der Rice University (USA) mit dem Herbert-Walther-Preis aus für seine grundlegenden Beiträge zu Experimenten und der Physik mit ultrakalten Atomen.

Auch der physikalische Nachwuchs erhält 2017 DPG-Preise: Moritz Kopetzki, Hochschule für Angewandte Wissenschaften München, wird mit dem Georg-Simon-Ohm-Preis ausgezeichnet für seine Abschlussarbeit im Masterstudiengang Mikro- und Nanotechnik, mit der er einen innovativen Beitrag geleistet hat zu mikrotechnischen Systemen, die einen Hochvakuumbetrieb erfordern. Und last but not least erhalten zehn Schülerinnen und Schüler für herausragende Leistungen bei der internationalen Physik-Olympiade bzw. beim International Young Physicists' Tournament den Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG.

Maike Pfalz / DPG

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