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Der Eisbrecher Polarstern befährt die Polarregionen als Forschungsplattform und versorgt die Neumayer-Station III in der Antarktis.

  • Kerstin Sonnabend
  • 07 / 2016 Seite: 26

Extreme Regenfälle, die kleine Bäche zu reißenden Strömen machen; Gerölllawinen, die Ort­schaften in Trümmerhaufen verwandeln – das Wetter scheint jedes Maß verloren zu haben. Da passt es, dass die DPG zu einer Recherche-Reise „Umweltphysik auf und mit der Polarstern“ eingeladen hat. Der Forschungseisbrecher des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) ist in den Polarregionen unterwegs und trägt dazu bei, extreme Wetter­lagen besser zu verstehen. CO2-verträglich trete ich die Reise nach Bremerhaven mit der Deutschen Bahn an. Dort liegt die Polarstern nach ihrer Fahrt in die Antarktis im Trockendock der Lloyd Werft und wird für die anstehenden Fahrten in den Arktischen Ozean überholt.

Beim Betreten der Werft sehe ich zunächst nur die vor Anker liegenden Fracht- und Kreuzfahrtschiffe. Mit ihren 118 Metern Länge, 25 Metern Breite und 51 Metern Höhe versteckt sich die Polarstern zwischen den Ozean­riesen. Der Eisbrecher ist das Flaggschiff des AWI: Er versorgt die deutschen Forschungsstationen in Arktis und Antarktis. Neben der 45 Mann starken Besatzung finden 55 Wissenschaftler Platz an Bord, die schon während der Fahrt Proben nehmen und in den Laborräumen der Polarstern auswerten. Seit fast 34 Jahren befährt sie an durchschnittlich 310 Tagen pro Jahr die Polarregionen. Mittlerweile hat sie eine Strecke zurückgelegt, die ausreicht, um die Erde am Äquator etwa sechzigmal zu umrunden. Bis zu 1,5 Meter dickes Eis bricht ihr doppelwandiger Stahlrumpf auf den Fahrten im Packeis: Mit mehr als 10 000 PS kann das Schiff dazu schnell beschleunigen.

Die Antarktis-Route führt von Kapstadt aus zur Neumayer-Sta­tion III, der Rückweg geht über Punta Arenas in Chile. Seit ihrer Inbetriebnahme 2009 fließt die Forschungsstation mit dem Ekström-Schelfeis etwa 200 Meter pro Jahr in Richtung des offenen Meeres. Bis zu 60 Personen in der Sommersaison und neun Überwinterer gilt es, mit allem Notwendigen zum Überleben im Eis auszurüsten. Lediglich Trinkwasser wird vor Ort aus Schnee gewonnen. Auf dem Rückweg hat die Polarstern den Müll aus der Station an Bord. Die Betriebskosten des Eisbrechers betragen stolze 75 000 Euro pro Tag – für Glaziologen wie Olaf ­Eisen vom AWI eine unverzichtbare Investition. (...)

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