Forum

„Eine neue Sicht auf die Welt“

Im Forschungszentrum ELINAS treffen Natur- und Literaturwissenschaften zusammen.

  • Alexander Pawlak
  • 06 / 2016 Seite: 24

Die Germanistin Aura Heydenreich und der theoretische Physiker Klaus Mecke haben 2014 mit dem Erlanger Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft (ELINAS) ein neuartiges interdisziplinäres Forum gegründet. Dort können Forscherinnen und Forscher aus Literatur- und Naturwissenschaft auf Augenhöhe miteinander kooperieren, um Fragen im Schnittfeld der beiden Disziplinen zu bearbeiten.

Wie kamen Sie als Physiker zur Beschäftigung mit Literatur?

Klaus Mecke: Als Assistent in Wuppertal habe ich einen Lesekreis für aktuelle deutschsprachige Literatur besucht. Beim Roman über Lichtenberg von Gert Hoffman habe ich mich mit einem Literaturwissenschaftler über die Darstellung dieses Physikers gestritten. Daraus ergab sich aber ein sehr konstruktives Gespräch, und später haben wir gemeinsam Seminare angeboten.

Zur Physik in der Literatur?

Mecke: Ja, beispielsweise in Bezug auf die Frage, wie physikalische Themen wie Raum, Zeit oder Quanten in Erzählungen aufgegriffen und ästhetisiert werden. Ich habe angefangen zu sammeln, wo in der Literatur Physik aufgegriffen wird und was es an Sekundärliteratur gibt. Das war überraschend viel! Mein Eindruck ist, dass Naturwissenschaften, speziell die Physik, über die Jahrhunderte hinweg immer Thema in der Literatur gewesen sind. Das beginnt in der Romantik mit von Arnim oder Novalis. In Zeiten von Brecht, Frisch und Dürrenmatt war mehr die Verantwortung der Wissenschaftler ein Thema, während heutige Schriftsteller vor allem die Phänomene der Relativitätstheorie und Quantenmechanik spannend finden.

Wie ging es dann weiter?

Mecke: Über die Seminare hinaus habe ich viele Vorträge gehalten. Das Interesse ging dabei meist von den Didaktikern aus, die ein großes Potenzial darin sahen, Physik über Literatur zu vermitteln. Als ich nach Stuttgart ans Max-Planck-Insti­tut ging, fehlte mir der unmittelbare Kontakt zu den Literaturwissenschaftlern, und ich musste mich auf die eigene Karriere fokussieren. Mein Interesse für Literatur blieb, aber als aktives Projekt ruhte es fast zehn Jahre. (...)

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  • 02. November 2017

In diesem Webi­nar wird ge­zeigt, warum man bei­spiels­weise schon bei der Simu­la­tion eines „ein­fachen“ Laut­spre­chers auf multi­phy­si­ka­li­sche Kopp­lung an­ge­wie­sen sein kann, wenn man ex­pe­ri­men­tel­le Er­geb­nis­se kor­rekt re­pro­du­zie­ren will.

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