Schwerpunkt

Folgenreiche Katastrophen

In diesem Frühjahr jähren sich die Nuklearunfälle von Tschernobyl und Fukushima zum dreißigsten bzw. fünften Mal.

  • Die Redaktion
  • 03 / 2016 Seite: 30

Bis heute ist die Explosion des Reaktorblocks 4 im Kraftwerk Tschernobyl vom 26. April 1986 der schlimmste Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Auch wenn der nukleare Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi nach dem 11. März 2011 medial große Aufmerksamkeit erlangte, lassen sich die Auswirkungen des Nuklearunfalls nicht mit dem in Tschernobyl vergleichen. Das Erdbeben und der Tsunami, welche zum Reaktorunfall führten, verursachten verheerendere Zerstörungen und kosteten fast 16 000 Menschen das Leben.

Dreißig Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl hat sich das Land um das alte Kraftwerk so gut erholt, dass sich dort inzwischen ein einzigartiges ökologisches Schutzgebiet entwickelt hat – unberührt vom Menschen. Bald wird über den Bäumen unübersehbar der neue Schutzschild über dem zerstörten Reaktor­gebäude aufragen und an die schlimme Katastrophe erinnern, die das Gebiet in der heutigen Ukraine und im angrenzenden Belarus nachhaltig verändert hat. Radiologische Messungen zeigen, wie sich Radionu-
k­lide im Boden eingelagert haben. Der Anbau von Raps für Biodiesel soll helfen, den Boden zu dekontaminieren (vgl. den Artikel von C. Walther, P. Brozynski und S. Dubchak).
Auch fünf Jahre nach der Dreifach­kata­strophe in Japan laufen die Auf­räum- und Dekontamina-tionsarbeiten. Ein Zaun grenzt das Sperrgebiet um das ehemalige Kraftwerk Fukushima Daiichi ab, zahlreiche Ortschaften in Japan sind nach wie vor komplett zerstört und zum Teil unbewohnt. Obwohl die Strahlenbelastung kaum noch erhöht ist, leiden die Menschen rund um Fukushima weiterhin unter der Stigmatisierung und den psychischen Folgen des Unglücks. Immerhin zeigen die zahlreichen Lebensmittelkontrollen, dass praktisch nur noch Pilze und Wildschweine kontaminiert sind (vgl. den Artikel von G. Steinhauser und A. Koizumi). Dennoch ist die Bevölkerung ähnlich verunsichert wie die Menschen in Europa nach dem Unfall von Tschernobyl...

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