Preisträger

Fokussierende Facettenaugen

Das MAGIC-Zwillingsteleskop erforscht höchstenergetische kosmische Gammastrahlung.

  • Cornelia Schultz
  • 09 / 2011 Seite: 61

Vor nunmehr 22 Jahren öffnete sich das Fenster zur Hochenergie-Gamma-Astronomie mit der Beobachtung der ersten hochenergetischen Gammaquelle. Inzwischen wurden mehr als 100 solcher Quellen gefunden und eine Reihe fundamentaler Entdeckungen gemacht. Ermöglicht haben dies große Tscherenkow-Teleskope, die in der Lage sind, atmosphärische Luftschauer genau zu registrieren.

Die ersten TeV-Gammastrahlen aus Richtung des Krebsnebels wurden 1989 von der Whipple-Kollaboration mit einem 10-Meter-Reflektor nachgewiesen [1]. Die zurzeit größten Teleskope mit je 17 m Spiegeldurchmesser und der niedrigsten Energieschwelle, MAGIC I und II, befinden sich auf dem Roque de Los Muchachos auf La Palma. Sie detektieren Tscherenkow-Licht im sichtbaren und nahen UV-Bereich, das in Schauern in der Atmosphäre entsteht, welche durch Gammastrahlung ausgelöst werden. MAGIC kann Gammastrahlung im Bereich von 50 GeV bis 30 TeV beobachten [2]. In galaktischen und extragalaktischen Quellen wie Supernova­überresten oder Schwarzen Löchern in Zentren von Galaxien entstehen Gammaquanten, die in der Erdatmosphäre eine Teilchenkaskade auslösen. Ultrarelativistische, geladene Sekundärteilchen senden Tscherenkow-Licht aus, das Rückschluss auf das primäre Gammaquant und damit auf die kosmische Quelle zulässt. Ziel der Gamma-Astronomie ist es, Fragen der Grundlagenphysik wie die nach Dunkler Materie zu beantworten und Effekte der Quantengravitation oder die extragalaktische Hintergrundstrahlung zu untersuchen. ...

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