Bildung - Beruf

Physik im Aufwind

Statistiken zum Physikstudium an den Universitäten in Deutschland 2011 − erstmals mehr als 10 000 Studienanfängerinnen und -anfänger in Physik

  • René Matzdorf
  • 09 / 2011 Seite: 23

Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 erhebt die Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) regelmäßig statistische Daten zum Physikstudium an den Universitäten und Technischen Hochschulen in Deutschland. An der Erhebung für das Wintersemester 2010/2011 und das Sommersemester 2011 haben sich wieder alle 59 Fachbereiche beteiligt, die Fachstudiengänge Physik oder Studiengänge mit dem Schwerpunkt Physik anbieten.

Insgesamt wurden 31 989 eingeschriebene Studierende im Sommersemester 2011 an deutschen Physik-Fachbereichen registriert. Damit ist die Gesamtzahl der Physikstudierenden erstmals seit Jahren nicht weiter angestiegen, bleibt aber deutlich über der Marke von 30 000. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist die Zahl der Physikstudierenden um rund ein Fünftel gestiegen (Sommersemester 2010: 33 413, 2009: 29 215, 2008: 28 461, 2007: 25 479). Tabelle 1 schlüsselt die Neueinschreibungen nach 16 verschiedenen Kategorien und dem Geschlecht der Studierenden auf.


Steigende Anfängerzahlen

Trotz leicht gesunkener Gesamtstudierendenzahl wurden 12 490 Neueinschreibungen gemeldet, dies entspricht einer erheblichen Steigerung von 2778 (28,6 %) gegenüber dem Vorjahr (Tab. 1). Allerdings enthält diese Zahl Studienanfänger sowohl in Bachelor- als auch in Masterstudiengängen. Im grundständigen Studienangebot der Physik-Fachbereiche ohne Masterprogramme haben wir mit 10 628 einen Zuwachs von 2071 Personen (24,2 %). Mit den doppelten Abiturjahrgängen aufgrund der Einführung des Abi­turs nach acht Jahren (G8) kann dieser Zuwachs nicht zusammenhängen, da es das Doppelabitur 2010 nur in Hamburg und im Jahr davor nur im Saarland gegeben hat. Einen regionalen Effekt (der voraussetzen würde, dass sich ein nennenswerter Teil der Abiturientinnen und Abiturienten an einer nahegelegenen Hochschule einschreibt) scheint es dabei nicht zu geben. Zwar wachsen in Hamburg wie in Saarbrücken die Zahlen der Neueinschreibungen im Jahr des doppelten Abiturjahrgangs an, jedoch nicht signifikant anders als in den Jahren davor. Abzuwarten bleibt, welche Effekte die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen (2011), Baden-Württemberg und Berlin (2012) sowie Hessen und Nord­rhein-Westfalen (2013) auf die Neueinschreibungen ins Physikstudium haben werden. ...

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