Bildung - Beruf

Früh auf eigenen Beinen stehen

Die Leitung einer Nachwuchsgruppe verspricht frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit – und gute Aussichten im Wettbewerb um eine Professur.

  • Kerstin Sonnabend
  • 01 / 2018 Seite: 25

Vor nicht allzu langer Zeit lief eine wissenschaftliche Karriere noch in festen Bahnen ab. Nach der Promotion folgten die Wander­jahre – mehrere Stationen als Postdoc an verschiedenen Instituten, möglichst noch im Ausland. Auch Lehrerfahrung galt es zu sammeln, um mit der Habilitation die Beruf­barkeit auf eine Professur zu beweisen. Doch seit 2002 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, sich als Junior­professor zu qualifizieren und schon früh nach der Promotion die zusätzlichen Aufgaben in Lehre und universitärer Selbstverwaltung kennenzulernen. Wer dagegen vor allem möglichst schnell eigenständig forschen möchte, sollte sich um die Leitung einer Nachwuchsgruppe bewerben. Dazu bieten beispielsweise die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die meisten Forschungsorganisationen Programme an (Tabelle).

Obwohl in vielen solcher Ausschreibungen der Ruf auf eine Professur als Ziel der Förderung genannt wird, sind sie in der Regel nicht mit einer Tenure-Track-Option versehen. Selbst bei positiver Evaluation kann es also passieren, dass man nach Ablauf der Förderung ohne Anstellung bleibt. Denn der Wettbewerb um die Professuren ist hart: Während 2009 das Verhältnis der frei werdenden Stellen zur Anzahl potenzieller Bewerberinnen und Bewerber noch bei 1:4 lag, kamen 2015 auf eine Stelle bereits sieben Bewerber.1) Das Karriereziel „Professur“ können demnach viele nicht erreichen.

Das gilt auch in der Physik, obwohl hier die Verhältnisse besser aussehen. Laut einer DPG-Studie standen 2010 etwa 80 Anwärtern auf eine Erstberufung ungefähr 70 Rufe gegenüber – dabei handelt es sich aber nicht nur um Erstberufene.2) Aufgrund der Altersverteilung der angestellten Professoren erwarteten die Autoren der Studie für die darauffolgenden Jahre aber nicht mehr als etwa 40 Berufungen pro Jahr. Und das bei einer vermutlich wachsenden Zahl qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber, die mehr und mehr die Leitung einer Nachwuchsgruppe oder die Juniorprofessur einer Habilitation vorziehen...

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