Bildung - Beruf

Auf Dauer befristet

Viele Nachwuchswissenschaftler hangeln sich von Stelle zu Stelle – Frauen trifft das häufiger.

  • Lilith C. Paul, Julia Syurik und Kathrin Valerius
  • 01 / 2017 Seite: 26

Die Meldungen aus Bundes- und Landesministerien stimmen posi­tiv: Nie gab es mehr Jobs in Forschung und Entwicklung. Mit der Exzellenzstrategie werden tausend neu eingerichtete Tenure-Track-Professuren kommen. Und im Professorinnenprogramm wurde die 500. Frau berufen. Dürfen sich Nachwuchswissenschaft­lerinnen und Nachwuchswissenschaftler in Deutschland somit auf eine rosige Zukunft freuen?

Ein Blick in die deutsche Hochschulstatistik zeigt ein differenziertes Bild zur Personalstruktur: Tatsächlich erreichte die Zahl der im akademischen Bereich Beschäftigten 2014 einen neuen Höchststand.1) Mit 64 Prozent den deutlichsten Anstieg gab es im vorangegangenen Jahrzehnt bei den wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeitern mit zeitlich befristeten Verträgen. Sie machten 2014 mit knapp 75 000 Personen über die Hälfte des wissen­schaftlichen Personals an Hochschulen aus. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um Doktoranden und Postdoktoranden (Post-Docs), also um Mitarbeiter, die noch nicht auf der höchsten Sprosse ihrer Karriere­leiter angekommen sind. Diese Gruppe wächst überproportional, wodurch die Chancen auf eine Professur sinken. Trotz der rund 700 Professorenstellen, die jährlich neu eingerichtet werden, wechseln immer mehr hochgebildete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von einer befristeten Stelle zur nächsten und finden sich nach Jahren der Unsicherheit auf einem Arbeitsmarkt wieder, für den sie oft überqualifiziert oder mit 35 bis 45 Jahren schlicht zu alt sind.

Indes steigt der Bedarf der Wirt­schaft an Forschern im Vergleich zum Hochschul- oder Staatssektor langsamer [1]. Der Bundesbericht „Wissenschaftlicher Nachwuchs 2013“ zeigte zudem, dass in der Wirtschaft acht von zehn Forschern im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt sind, darunter häufig in den Bereichen Kraftfahrzeuge, Elektronik, Optik oder Maschinenbau [2]. Doch was wird aus den Übrigen? Was bringt ihnen der Doktortitel? Verglichen mit nicht-promovierten Hochschulabsolventen ihrer Altersgruppe sinkt die Chance auf eine unbefristete Stelle ebenso wie auf eine Leitungsfunk­tion in der Privatwirtschaft [2]. ...

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