Bildung - Beruf

Arbeitsmarkt für Physikerinnen und Physiker

Statistiken und Analysen für das Jahr 2016

  • Udo Weigelt und Anja Metzelthin
  • 12 / 2016 Seite: 36

Im letzten Jahr ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Physikerinnen und Physiker erstmals seit 2008 wieder deutlich gesunken. Der Anteil an arbeitslosen Berufseinsteigern ist anders als in den Vorjahren ebenfalls leicht gesunken, die Zahl der Beschäftigten angestiegen. In Forschung und Entwicklung an Hochschulen gibt es mehr offene Stellen, in der öffent­lichen Verwaltung dafür weniger. Insgesamt hat sich der Trend auf dem Arbeitsmarkt gegenüber dem letzten Jahr verbessert. Physikerinnen und Physiker bleiben begehrte Fachkräfte.

Seit dem Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen im Erwerbsberuf Physiker erfreulicherweise um knapp vier Prozent gesunken. Seitdem die Zahl der Arbeitslosen Ende 2008 ein Minimum erreichte, war sie bis 2015 jedes Jahr angestiegen bzw. gleich geblieben. Von den Arbeitslosen sind 81,5 Prozent männlich und 18,5 Prozent weiblich. Zum Vergleich: Der Frauenanteil unter den Physikern betrug 2013 etwa 13,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der arbeitslosen Frauen um zehn Prozent gesunken, die der arbeitslosen Männer lediglich um zwei Prozent. Betrachtet wird in der Regel der Zeitraum von Oktober eines Jahres bis September des Folgejahres. Abb. 1 zeigt die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) arbeitslos gemeldeten Physikerinnen und Physiker. 2011 hat die BA die Berufsklassifizierung umgestellt. Da sich im Überlappungszeitraum nur marginale Unterschiede ergeben haben [1, 2], wird nicht länger zwischen den Klassifizierungen unterschieden.

Nachdem die Arbeitslosenzahlen 2007 und 2008 – also vor der letzten Wirtschaftskrise – sehr niedrig waren, liegt die aktuelle Zahl etwa auf dem Niveau des Jahres 2006. Allerdings erfasst die BA lediglich jene Arbeitslosen, die eine Tätigkeit im Erwerbsberuf Physiker (also in klassischen Physikberufen) anstreben. Die aktuelle Arbeitsmarktstudie der DPG mit den Daten des Mikrozensus1) 2013 zeigt aber, dass lediglich etwas mehr als jeder fünfte Absolvent mit einem Physik­abschluss im Erwerbsberuf Physiker arbeitet und sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist [3] (Tab. 1). Dieser Anteil ist im Vergleich zur Vorgängerstudie [4], die auf dem Mikrozensus 2007 basiert, sogar noch leicht gesunken. Physikerinnen und Physiker, die beispielsweise in IT- oder Finanzberufen, in der Beratungsbranche, als Geschäftsführer oder als (Hochschul-) Lehrer arbeiten wollen, erfasst die Statistik nicht. Die in diesem Artikel angegebenen Zahlen beschreiben also nur eine Untergruppe. Die Gesamtzahl der arbeitssuchenden Physikerinnen und Physiker ist höher anzusetzen...

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