Nachwuchs für medizinische Photonik

  • 24. March 2016

Masterstudiengang „Medical Photonics” wird ab kommendem Wintersemester in Jena angeboten.

Mit einem von Ernst Abbe entwickelten Zeiss-Mikroskop mit Immersions­objektiv entdeckte Robert Koch den Tuberkulose-Erreger. Heute arbeiten Physiko­chemiker und Intensiv­mediziner der Jenaer Universität an neuen spektro­skopischen Verfahren für die Infektions­diagnostik – weltweit entwickeln Wissenschaftler neue optische Methoden, mit denen sie Lebens­vorgänge besser verstehen, Volks­krankheiten wie Krebs oder Alzheimer früher erkennen oder sicherer und wirksamer behandeln können.

Abb.: Der Masterstudiengang „Medical Photonics

Abb.: Der Masterstudiengang „Medical Photonics" vermittelt neben Grundlagenwissen auch Spezialkenntnisse in ausgewählten Bereichen der Mikroskopie, der Spektroskopie und Diagnostik. (Bild: M. Szabo / UKJ)

„Dazu benötigen sie breites Grundlagen­wissen sowohl in der Biomedizin als auch in den Natur­wissen­schaften und Mathematik – und natürlich auch Spezial­wissen in ausgewählten Bereichen der Mikro­skopie, der Spektro­skopie und Diagnostik sowie aktuellen klinik­nahen Anwendungen photonischer Techniken“, so Christoph Biskup. Der Professor für Bio­molekulare Photonik am Universitäts­klinikum Jena fasst damit genau die Inhalte zusammen, die der neue Master­studien­gang „Medical Photonics“ vermittelt. Gemeinsam mit Hochschul­lehrern der Chemisch-Geo­wissen­schaftlichen und der Physikalisch-Astronomischen Fakultät entwickelte er im Zentrum für Medizinische Optik und Photonik das Programm des Studien­gangs, der im Winter­semester 2016/17 erstmals angeboten wird.

Christoph Biskup: „Wir wollen damit Bachelor­absolventen sowohl der Natur- als auch der Lebens­wissenschaften ansprechen, aber auch Mediziner. Die Studierenden belegen zu Beginn des Studiums Module, die ihre Vorbildung in der Human­biologie bzw. Physik und Chemie ergänzen.“ Dann folgen Grund­lagen­kurse zum Beispiel in Programmierung, Bild­verarbeitung und Mikroskopie, auf denen Vertiefungs­module aufbauen.

Versuchspraktika ergänzen diese Vorlesungen und Übungen. Im dritten Semester können sich die Studierenden in Spezial­gebiete der Medizinischen Photonik wie Mikroskopie, Spektro­skopie und klinische Anwendungen optischer und photonischer Techniken einarbeiten. Dazu gehört auch ein Forschungs­praktikum im Labor einer Arbeits­gruppe an der Hochschule, an außer­universitären Forschungs­instituten oder an forschungs­nahen Unternehmen. Schließlich folgen das Verfassen und die Verteidigung der Master­arbeit.

Da der neue Studiengang gut vorgebildete und an der Forschung interessierte Studierende auf der ganzen Welt ansprechen soll, werden die Lehr­veranstaltungen komplett auf Englisch gehalten. „In der Kombination von Optik und Lebens­wissenschaften ist dieses Master­programm in Deutschland einzigartig und auch international sehr selten“, betont Christoph Biskup und verweist gleichzeitig auf den wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Absolventen. „Sie lernen im Studium optische Methoden als wichtiges Werkzeug in der bio­medizinischen Forschung und der klinischen Anwendung kennen und werden dazu befähigt, diese Methoden nicht nur einzusetzen, sondern auch weiter­zu­entwickeln. Damit steht ihnen sowohl die Aufnahme eines Promotions­studiums in diesem Bereich offen, als auch die Tätigkeit in technologie­orientierten Unternehmen der Optik-, Medizin­technik- und Life Science-Branche, für die ein enormer Fachkräfte­bedarf in den kommenden Jahren prognostiziert ist.“

Diese Möglichkeiten bieten sich direkt vor Ort in Jena, zum Beispiel in den Graduierten­programmen der Abbe School of Photonics oder der Jena School of Molecular Medicine und in den High-Tech-Unternehmen der traditionell starken Optik- und Photonik­industrie – oder weltweit.

FSU / DE

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