Laser für schnelles Internet im All

  • 30. June 2015

Laser Communication Terminal LCT sorgt bei der zweiten Sentinel-Mission für eine schnelle Datenverbindung.

Am 23. Juni startete im Weltraumbahnhof Kourou die zweite Sentinel-Mission, bei der auch eine kritische Komponente aus Aachen an Bord ist. Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen hat man das Know-how für weltraumtaugliche Laserkomponenten mitentwickelt. Für die Sentinel-Mission hat das ILT das Diodenlaser-Pumpmodul des Laser Communication Terminal LCT in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Tesat-Spacecom und dem Ferdinand-Braun-Institut geplant und gebaut.

Diodenlaser-Pumpmodul

Abb.: Diodenlaser-Pumpmodul für das Laser-Kommunikations­terminal LCT. (Bild: Fh.-ILT)

Nach einer achtjährigen Vorbereitung war es am frühen Morgen des 23. Juni soweit: In Kourou in Französisch-Guayana startete die europäische Raumfahrtagentur ESA den Sentinel-2A-Satelliten an Bord einer Vega-Rakete. Es ist der erste von zwei Satelliten zur verbesserten Umwelt­überwachung im Rahmen des europäischen Copernicus-Programms. Zur Übertragung der umfang­reichen Bilddaten wird eine neue Technologie eingesetzt: Die Daten werden mit einem Laserstrahl zu einem Relais­satelliten geschickt und von dort zur Bodenstation gesandt.

Sentinel-2 hat die Aufgabe, vom All aus den Zustand von Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen zu überwachen. Es soll auch Daten zur Verschmutzung von Seen und Küsten­gewässern liefern. Seine Bilder von Über­flutungen, Vulkan­ausbrüchen und großen Erdrutschen werden helfen, im Katastro­phenfall schnell zu reagieren und die humanitäre Hilfe noch effizienter zu koordinieren.

Trägerrakete

Abb.: Startbereite Vega-Trägerrakete. (Bild: ESA, M. Pedoussaut)

Schon 2014 hat die europäische Raumfahrtagentur ESA eine schnelle Daten­verbindung zwischen erdnahen und erdfernen Satelliten etabliert. Hochmoderne Laser­technik ermöglicht dabei eine Übertra­gungsrate von bis zu 1,8 Gbit/s über maximal 40.000 km, das ist etwa dreißigmal schneller als bis dahin üblich. Als Anwendung werden vor allem zeitkritische Umwelt- und Sicherheits­überwachungen wie das europäische Copernicus-Programm gesehen.

Die Technologie für den wegweisenden Datenlink stammt aus Deutschland: Das Laser Commu­nication Terminal LCT wurde vom Raumfahrt­management des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit Mitteln des Bundes­minis­teriums für Wirtschaft und Energie gefördert und federführend von der Tesat-Spacecom entwickelt. Vom Fraunhofer-ILT wurde dafür in Zusammen­arbeit mit Tesat-Spacecom das weltraum­taugliche Diodenlaser-Pumpmodul geplant, qualifiziert und montiert.

Fh.-ILT / CT

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