Solarzellen aus dem Drucker

  • 11. May 2015

Tintendruck-Verfahren ermöglicht materialsparende Produktion von Kesterit-Solarzellen.

Ein Team aus dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) hat ein neues Verfahren entwickelt, um mit einer speziellen Tinte Kesterit-Absorberschichten (CTZSSe) Tropfen für Tropfen auszudrucken. Solarzellen mit so produzierten Absorber­schichten erreichten Wirkungsgrade von 6,4 Prozent. Auch wenn dies noch deutlich unter den Rekordwerten für Kesterit-Solar­zellen liegt, ist das Tintendruck-Verfahren interessant für die industrielle Produktion, da es extrem ökonomisch ist und kaum Abfälle erzeugt.

Abb.: Tintendruck-Verfahren für Kesterit-Solarzellen (Bild: HZB)

Abb.: Tintendruck-Verfahren für Kesterit-Solarzellen (Bild: HZB)

Ein Tintendrucker platziert Material genau dort, wo es benötigt wird. Daher verspricht dieses Verfahren eine deutliche Minimierung der Materialkosten. Zudem lässt sich das Verfahren auch für Rolle-zu-Rolle-Beschichtungen bei der industriellen Massenfertigung nutzen.

Xianzhong Lin vom Institut für Heterogene Material­systeme des HZB hat nun mit einer Kesterit-Tinte gearbeitet, die ursprünglich entwickelt wurde, um auf ein rotierendes Substrat aufgeschleudert und verteilt zu werden. Dieses so genannte „spin coating“ ist ein etabliertes Verfahren, bei dem allerdings ein erheblicher Teil der wertvollen Ausgangsmaterialien verschwendet wird. Lin optimierte die Kesterit-Tinte nun für ein am HZB entwickeltes Tinten­druck-Verfahren. Dabei gelang es ihm, die Viskosität der Tinte gezielt zu beeinflussen, bis sie perfekt zum Produktionsverfahren passte, bei dem der Tinten­druckkopf schrittweise über das Substrat geführt wird. Der so entstandene homogene Cu-Zn-Sn-S-Vorläuferfilm wurde anschließend zu einer homogenen Kesterit-Schicht verbacken. Schon eine erste Optimierung führte zu Solarzellen mit Wirkungsgraden um 6,4 Prozent.

„Der große Vorteil des Tintendruck­verfahrens besteht darin, dass vergleichsweise wenig Material verloren geht: So sind weniger als 20 Mikroliter Tinte nötig, um eine Fläche von rund 6,5 Quadrat­zentimetern mit einer Kesterit-Schicht von einem Mikrometer zu beschichten“, sagt Lin. „Auch wenn der Wirkungsgrad jetzt noch weit von den 12,7 Prozent entfernt ist, die Kesterit-Zellen erreichen können, sehen wir in diesem Verfahren enorme Chancen für die industrielle Massenproduktion.”

Das Team arbeitet nun daran, das Verfahren zu optimieren und den Wirkungsgrad zu steigern. Ihr Ziel ist es, komplette Solarzellen auszudrucken, ohne auf teure Vakuum-Technologie angewiesen zu sein. „Die Arbeit zeigt einen neuen Weg, um einfach, preiswert und umweltfreundlich Dünn­schicht-Solarzellen auf Kesterit-Basis zu produzieren“, sagt Institutsleiterin Martha Lux-Steiner.

HZB / DE

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