Ultraleichte Solarfolien und flexible OLED-Displays

  • 14. April 2015

Organic Electronics Saxony mit Gemeinschaftsstand zur organischen Elektronik auf der Hannover Messe.

Noch bis 17. April präsentieren sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Dresden auf der Hannover Messe. Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP Dresden präsentiert auf der weltweit wichtigsten Industriemesse hochauflösende Mikrodisplays, mit denen sich zum Beispiel über eine Brille ein Film mit den Augen steuern lässt. Zu sehen ist die neueste Generation der OLED-Displays am Gemein­schafts­stand des Organic Electronics Saxony e. V. (Halle 2/Stand A38), auf dem ebenfalls Exponate der Heliathek GmbH, von Plastic Logic Germany, des Instituts für Angewandte Photophysik der Exzellenz­universität TU Dresden (IAPP) und der Bauhaus-Universität Weimar zu sehen sind.

Flexibles elektrophoretisches Display (EPD) in Form eines Armreifs (Bild: Plastic Logic Germany)

Abb.: Flexibles elektrophoretisches Display (EPD) in Form eines Armreifs (Bild: Plastic Logic Germany)


Einen Film mit den Augen zu steuern, wird mit einem OLED-Mikrodisplay möglich. Wissenschaftler des Fraunhofer-FEP haben jetzt ein Vollfarb-OLED-Mikro­display entwickelt, mit welchem Display- und Kamera­funktionen vereint werden können. Aufgrund einer erhöhten Auflösung (SVGA) ist es nun zum Beispiel möglich über eine Brille einen Film zu sehen und ihn gleich­zeitig über die Augen zu steuern. In dieser neuen Generation der bidirektionalen Mikro­displays konnten alle Schlüssel­parameter der Chips verbessert werden. „Dies umfasst neben einer Erhöhung der Auflösung des Displays und des Bildsensors auch eine größere Farbtiefe sowie die Integration wichtiger weiterer Komponenten auf dem Mikro­display-Chip. Damit kann das Mikrodisplay mit deutlich weniger externen Komponenten betrieben werden und trägt so der Entwicklung von immer weiter miniaturisierten und leistungs­effizienteren Systemen Rechnung“, erklärt Bernd Richter, Leiter der Abteilung „IC- und Systemdesign“. Bereits 2012 stellte das Fraunhofer FEP eine erste Brille vor, mit der man die Umwelt wahrnehmen kann und zeitgleich Informationen im Sichtfeld eingeblendet bekommt.

Ein Augenmerk der Hannover Messe liegt auf organischer Elektronik, welche auch in Dresden eine bedeutende Rolle spielt. Dominik Gronarz, Geschäftsführer von OES erklärt die Besonderheit von Organischer Elektronik: „Im Gegensatz zur klassischen Elektronik ist sie ultradünn, extrem leicht, transparent, flexibel und hat eine exzellente Umweltbilanz. Dadurch sind völlig neue Anwendungen möglich und das Design wie auch die Funktion von bekannten elektronischen Geräten wird sich nachhaltig verändern. Bisher kommt die organische Elektronik nur in Form von OLEDs zum Einsatz.“ Organische Elektronik umfasst jedoch weit mehr Teilbereiche. „Bei anderen organischen Bauteilen, wie Solarzellen, Sensoren oder Batterien, hat die Technologie noch nicht die für die Massen­produktion notwendige Reife erreicht. Sobald hier die nächsten techno­logischen Hürden genommen werden, steht eine Fülle von neuen organisch-elektro­nischen Anwendungen in Automobilbau, Medizin­technik, Sicherheits­technologie, Aeronautik, Health Care, Archi­tektur und im mobilen Einsatz bereit“, so Gronarz weiter.

Auch die Dresdner Heliatek GmbH präsentiert sich in Hannover. Das weltweit führende Unternehmen im Bereich der organischen Photovoltaik zeigt eine Solarfolie. Deren im Vakuum-Rolle-zu-Rolle-Verfahren hergestellten Komponenten sind ultraleicht, weniger als 1mm dünn, flexibel, verschieden­farbig, transparent und funktionieren bestens unter realis­tischen Bedingungen wie sehr heißen oder bewölkten Tagen. Auf dem Stand zeigt Heliatek einen zwei Meter langen, flexiblen HeliaFilm, eine violette Variante der Folie sowie einen transparenten HeliaFilm in Glas einlaminiert. Die Demons­tratoren zeigen die Kombinations­möglich­keiten mit verschie­densten Baumate­rialien. Dazu zählen neben Glas, auch Beton, Stahl und PVC-Membranen. Mit diesen Möglichkeiten ist die Solarfolie fast unbegrenzt in den Fassaden von Gebäuden einsetzbar.

Bidirektionales Mikrodisplay (Bild: Fh.-FEP / J. Lösel)

Abb.: Bidirektionales Mikrodisplay (Bild: Fh.-FEP / J. Lösel)

Die flexiblen Displays von Plastic Logic Germany basieren auf der organischen Elektronik und sind nicht nur dünn, leicht sowie flexibel sondern auch besonders robust, weil sie ausschließ­lich aus Kunststoff hergestellt werden und kein Glas beinhalten, wie herkömmliche Displays. Diese markt­reifen, elektro­phoretischen Displays (EPD) können in verschie­densten Formen und Größen hergestellt werden und ermöglichen interessante Form­faktoren für tradi­tionelle Produkte sowie innovative Neu­entwick­lungen. Plastic Logic Germany entwickelt und fertigt die Displays an seinem Standort in Dresden. Zusammen mit Kunden werden Projekte für die unterschied­lichsten Märkte durch­geführt, wie zum Beispiel Sekundär­displays für Mobil­telefone, kleine Displays für sogenannte Smartcards, Displays für Lesegeräte und Beschil­derung oder auch für sogenannte Wearables. Auf der Hannover Messe zeigt Plastic Logic Germany einen Armreif mit einem vollflächig integrierten Display, welches zum Beispiel ein zum Outfit des Trägers passendes Design zeigen oder diesem wichtige Infor­mationen mitteilen kann; etwa einen eingehenden Anruf, neue E-Mails, den nächsten anstehenden Termin und vieles mehr.

OES / OD

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