Intelligentes Licht für die City

  • 27. November 2012

Wissenschaftler entwickeln und testen in der Leipziger Wolfgang-Heinze-Straße Bausteine für eine intelligente Straßenbeleuchtung.

Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) stellen ihre Forschungsprojekte zur zukunftsfähigen Stadtbeleuchtung mit LEDs auf der Fachtagung „Stadt Licht 2012“ vor, die huete und morgen in Leipzig stattfindet. Dort präsentieren sie auch den Prototypen des bisher entwickelten LED-Beleuchtungssystems, das in Leipzig getestet werden soll.

Simulation der Beleuchtung in der Leipziger Wolfgang-Heinze-Straße

Abb.: Simulation der Beleuchtung in der Leipziger Wolfgang-Heinze-Straße (Bild: Evermind)

In dem dahinter stehenden kooperativen, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Forschungsprojekt entwickeln und testen Wissenschaftler  um Klaus Bastian in der Leipziger Wolfgang-Heinze-Straße Bausteine für eine intelligente Straßenbeleuchtung. Dazu zählen die Leuchten, Sensorik, Software und verbindende Infrastruktur. Die neuen LED-Leuchten werden dabei zuerst parallel zur bestehenden Beleuchtung installiert, um das System unter realen Bedingungen zu testen und zu verbessern. Die Abteilung Stadtbeleuchtung des Verkehrs- und Tiefbauamtes Leipzig (SBL) unterstützt die Untersuchungen, die Anwohner wurden durch eine Befragung zum Projektstart mit eingebunden.

„Straßenbeleuchtung mit LEDs bietet enorme Vorteile: LEDs sind extrem energiesparend und sie strahlen punktgenau nach unten, blenden also die Anwohner nicht. Ein solches System kann schnell und individuell auf sich ändernde Anforderungen reagieren“, so Professor Bastian.

Projektmitarbeiter Alexander Zahn erläutert die Funktionsweise des entstehenden Systems: „Sensoren erkennen, ob sich eine Straßenbahn, ein Bus oder ein Fußgänger im Erfassungsbereich – etwa an einer Haltestelle – aufhält, außerdem erkennen sie Regen, Nässe, oder Schnee. Diese Daten werden von einem Steuerungssystem verarbeitet. Das System soll selbstständig die nötige Beleuchtungsstärke und Lichtfarbe generieren und sich so ‚automatisch anpassen‘. Dabei kommunizieren Leuchten und Sensoren miteinander, etwa via WLAN und PLC, also Powerline Communications –  Datenübertragung über das Stromnetz. Mit PLC können wir die vorhandene Stromverkabelung als Kommunikationsinfrastruktur nutzen.“

Fernziel ist, eine intelligente Leuchte zu entwickeln, die aus unabhängig voneinander dimmbaren LED-Modulen aufgebaut ist und Sensoren, Kommunikationsinterface und Steuerungseinheit bereits beinhaltet. Die Umrüstung von alten Straßenlampen auf eine solche neue, adaptive Straßenbeleuchtung ist dann ohne aufwändige Baumaßnahmen möglich – es muss nur der Leuchtenkopf getauscht werden.

Projektpartner sind die Caralux LED- und Neonlichttechnik GmbH (LED-Leuchten), Evermind GmbH (Software), Geo Sys Umwelttechnik und Geogeräte GmbH Leipzig (Sensorik) und die TU Berlin, Fachgebiet Lichttechnik (Entwicklung von Normen und Planungswerkzeugen). Die HTWK Leipzig, Fakultät Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften, entwickelt das Kommunikationssystem und führt die Testuntersuchungen durch.

HTWK / OD

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