Lasersterne für das Extremely Large Telescope

  • 19. December 2017

ESO unterzeichnet Vertrag für ELT-Laser­licht­quellen.

Die Europäische Südsternwarte ESO hat einen neuen Vertrag mit dem deutschen Photonik-Unter­nehmen Toptica geschlossen. Es soll Laser für das System adaptiver Optik am Extremely Large Tele­scope ELT der ESO her­stellen. Toptica wird in Koopera­tion mit der kana­dischen Firma MPB Communi­cations Inc. mindestens vier Laser­licht­quellen für das ELT bauen und so dazu beitragen, dass es eine für ein boden­gebun­denes Tele­skop für sicht­bares und nah­infra­rotes Licht beispiel­lose Auf­lösung erreicht. Das ELT soll 2024 sein erstes Licht empfangen. Die Ent­würfe für das ELT sehen bis zu acht Laser-Leit­stern­systeme vor.

ELT

Abb.: Künstlerische Darstellung des ELT in Betrieb. (Bild: L. Calçada, ESO)

Das Laser-System für das System adaptiver Optik am ELT wird auf der Four Laser Guide Star Facility des VLT auf­bauen. Die adaptive Optik, die dieses System benutzt, hat bereits spekta­ku­läre Ver­besse­rungen in der Bild­schärfe des VLT gezeigt. Die Toptica/MPBC Guide­star Alliance war der Haupt­vertrags­nehmer für das Laser-System am VLT.

Adaptive Optik kompensiert die verzerrenden Effekte der Erd­atmo­sphäre und ermög­licht den Astro­nomen, deut­lich schärfere Bilder zu erlangen. Laser werden genutzt, um mehrere künst­liche Leit­sterne hoch oben in die Erd­atmo­sphäre zu proji­zieren. Diese Licht­punkte werden als Refe­renz-Licht­quellen ver­wendet, so dass das System adaptiver Optik die Luft­unruhe in der Erd­atmo­sphäre aus­gleichen kann. Anders als natür­liche Leit­sterne können Laser-Leit­sterne überall positio­niert werden, sodass fast am ganzen Himmel die volle Kraft der adaptiven Optik genutzt werden kann. Die zu erwar­tenden Beob­ach­tungen mit dem leistungs­starken integ­rierten System adaptiver Optik am ELT umfassen alles: vom Studium schwarzer Löcher bis zur Erforschung einiger der ersten Galaxien im weit ent­fernten Universum.

Toptica ist für die Konstruktion des Laser-Systems verant­wort­lich und steuert seine Dioden- und Frequenz­umw­and­lungs-Techno­logie bei. Die Arbeiten werden von der Toptica Projects GmbH durch­ge­führt werden, die auf spezia­li­sierte Laser-Systeme, wie etwa Laser-Leit­sterne, aus­ge­richtet ist. Der Bau der leistungs­starken Raman-Faser­ver­stärker und Faser-Laser-Pump­module wird von MPB Communi­cations Inc. über­nommen. MPBC hat schon viele leistungs­starke Raman-Faser­ver­stärker für Unter­wasser­kabel­systeme und Forschungs­arbeiten geliefert.

ESO / RK

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