Ausgezeichnete Astrophysik

  • 30. June 2016

Astronomische Gesellschaft verleiht Karl-Schwarzschild-Medaille und weitere Preise.

Die Astronomische Gesellschaft (AG) ehrt jedes Jahr Persönlichkeiten, die Besonderes in der Astronomie geleistet haben, mit renommierten Preisen. Ausgezeichnet werden sowohl heraus­ragende wissenschaftliche Aktivitäten, als auch außer­gewöhnliche Verdienste im Bereich der Öffentlichkeits­arbeit und Bildung. Diese Woche gab die AG die Preisträger für 2016 bekannt, die am 13. September im Rahmen der traditionellen großen Herbst­tagung der AG geehrt werden. Die Tagung wird dieses Jahr zwischen dem 12. und 16. September in Bochum stattfinden.

Abb.: Robert Williams (Bild: R. Williams)

Abb.: Robert Williams (Bild: R. Williams)

Die höchste Auszeichnung aus Deutschland im Bereich Astronomie und Astrophysik, die Karl-Schwarzschild-Medaille, erhält dieses Jahr Robert Williams vom Space Telescope Science Institute (STScI) in Baltimore (USA). Mit ihm ehrt die Astronomische Gesellschaft einen heraus­ragenden Wissenschaftler, der sich zudem durch besonderes Engagement für die wissenschaftliche Ausbildung und die astronomische Öffentlichkeits­arbeit auszeichnet. Wissenschaftlich ist der Name des Preisträgers insbesondere untrennbar verbunden mit dem wohl weltweit bekanntesten Beobachtungsziel des Hubble-Weltraum­teleskops – dem berühmten Hubble Deep Field. Es lieferte uns den tiefsten und schärfsten Blick ins All mit Tausenden, extrem weit entfernter Galaxien aus der Anfangszeit des Universums und damit für zahllose Astronomen eine ergiebige Stichprobe zur Erforschung der Bildungsphase der ersten Sternsysteme nach dem Urknall.

Der Ludwig-Biermann-Förderpreis wird in diesem Jahr an Karin Lind vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg vergeben. Die Preisträgerin erhält die Auszeichnung für ihre fundamentalen und heraus­ragenden Leistungen im Bereich der theoretischen Modellierung astronomischer Spektren, die für Forscher zu den wichtigsten Informations­quellen der Himmels­objekte zählen. Insbesondere zur Bestimmung von Element­häufig­keiten erlauben die Modelle von Karin Lind einen besonders genauen Vergleich mit tatsächlich beobachteten Spektren. Mit dem Biermann-Preis ehrt die AG herausragende Nachwuchs­wissenschaftler.

„Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses liegt der Astronomischen Gesellschaft besonders am Herzen“, betont Matthias Steinmetz, Präsident der AG. Deshalb hat die Astronomische Gesellschaft vor wenigen Jahren auch einen Preis ins Leben gerufen, um eine herausragende Promotion auszuzeichnen." Dieser Promotions­preis wird auch 2016 vergeben. Ihn erhält Nicole Reindl von der Abteilung Physik und Astronomie der Universität Leicester für ihre hervor­ragende Dissertation „Spectroscopic Analysis of hot (Pre-) White Dwarfs“, die sie bis 2015 am Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen verfasst hatte.

Weiterhin ehrt die Astronomische Gesellschaft Michael Geffert vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn mit dem Hans-Ludwig-Neumann-Preis. Die AG verleiht diese Auszeichnung insbesondere für hervor­ragendes Engagement im Bereich der Didaktik, d.h. für wesentliche Beiträge, die gerade bei Schülern Begeisterung und Interesse an der Astronomie wecken.

In diesem Zusammenhang verleiht die AG auch 2016 wieder den Sonderpreis für den Bundes­sieger des Wettbewerbs „jugend forscht“ im Bereich Geo- und Raum­wissenschaften, den Tuan Tung Nguyen vom inner­städtischen Gymnasium in Rostock für sein Projekt „Auf der Suche nach Leben im All“ erhält.

Die Preisträger werden mit detaillierten Informationen zu ihren Leistungen im Laufe dieser Woche in gesonderten Presse­mitteilungen vorgestellt. Alle Ausgezeichneten werden dann am Dienstag, dem 13. September im Rahmen einer Fest­veranstaltung der Herbsttagung der AG in Bochum geehrt werden.

AG / DE

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