Lebensfeindliche Ozean-Planeten

  • 21. June 2016

Schicht aus Hochdruckeis trennt Atmo­sphäre vom Meeres­boden.

Flüssiges Wasser gilt allgemein als Voraussetzung für die Entwicklung von Leben auf Planeten. Die Suche nach Planeten mit flüssigem Wasser ist daher in den vergangenen Jahren deutlich inten­si­viert worden. Eine neue Studie legt jetzt jedoch nah, dass zu viel Wasser für die Entstehung von Leben eher hinder­lich ist. Die Forscher waren der Frage nach­ge­gangen, wie stark große Mengen an Wasser die Entwicklung eines Planeten beein­flussen und welche Aus­wir­kungen das auf die Entstehung von Leben hat.

Ozean-Planet

Abb.: Künstlerische Darstellung eines Ozean-Planeten. (Bild: NASA)

Dabei fand das Team um Jan Hendrik Bredehöft von der Uni Bremen und Lena Noack von der König­lichen Stern­warte von Belgien heraus, dass Wasser in sehr tiefen Ozeanen unter seinem eigenen Gewicht zu einer seltenen Form von Hoch­druck­eis werden kann. Wenn der Kern des Planeten genügend Hitze produ­ziert, kann dieses Eis von unten schmelzen, so dass sich eine massive Eis­schicht zwischen einem oberen und einem unteren Ozean bildet. Eine solche Eis­schicht trennt dann die Atmo­sphäre vom Meeres­boden. Das aber macht die Entstehung von Leben, dass sowohl auf Mine­ralien als auch auf orga­nische Materie aus der Atmo­sphäre ange­wiesen ist, schwierig.

„Dass sich tatsächlich in sehr großen Wasser­tiefen von hundert und mehr Kilo­metern Hoch­druck­eis bilden kann, ist erstaun­lich genug“, sagt Brede­höft. „Dass dieses Eis dann jedoch von unten schmelzen kann und sich zwei Ozeane über­ein­ander bilden, ist schon bizarr.“ Ein Ozean-Planet von der Größe der Erde bildet ab etwa 170 Kilo­metern Wasser­tiefe Eis am Meeres­boden. Das entspricht mehr als der 15-fachen Tiefe des tiefsten Punktes der Erde. Mit den beiden Exo­planeten Kepler 62e und Kepler 62f sind 2013 zwei Planeten entdeckt worden, deren Größe und Dichte tat­säch­lich in einem Bereich liegen, in dem derart tiefe Ozeane auf ihnen möglich sind.

Doch auch in unserem Sonnensystem vermutet man auf einigen Monden des Saturn- und Jupiter­systems große Ozeane, die unter einer Eis­schicht verborgen liegen. Derzeit prüfen die Forscher, wie sich ihr Modell auf den Jupiter­mond Enceladus und auf den Saturn­mond Titan anwenden lassen, und was sich so über die Möglich­keit, dass diese Monde Leben beher­bergen könnten, heraus­finden lässt.

U. Bremen / RK

Share |

Newsletter

Haben Sie Interesse am kostenlosen wöchentlichen oder monatlichen pro-physik.de-Newsletter? Zum Abonnement geht es hier.

COMSOL NEWS 2018

COMSOL Days

Lesen Sie, wie Ingenieure in einer Vielzahl von Branchen präzise digitale Prototypen erstellen, um die Grenzen der Technologie zu überschreiten und den Bedarf an physischen Prototypen zu reduzieren, sowie Simulationsanwendungen zu erstellen, mit denen Kollegen und Kunden weltweit neue Ideen testen können.

comsol.de/c/7bzn

Site Login

Bitte einloggen

Andere Optionen Login

Website Footer