Gewürdigte Geoforschung

  • 22. April 2016

Alfred-Wegener-Medaille und Ehrenmitgliedschaft der European Geosciences Union für John P. Burrows.

John P. Burrows vom Institut für Umweltphysik und Fern­erkundung der Universität Bremen wird heute, am 20. April 2016, in Wien eine hohe Ehre zuteil. Während der General­versammlung der European Geosciences Union (EGU) wird ihm die Alfred-Wegener-Medaille verliehen. Zugleich wird er lebens­langes Ehren­mitglied der bedeutenden geowissen­schaftlichen Gesellschaft. Bei dem Treffen in Wien werden mehr als 10.000 Teil­nehmerinnen und Teilnehmer erwartet.

Abb.: John P. Burrows (Bild: U. Bremen)

Abb.: John P. Burrows (Bild: U. Bremen)

Die Alfred-Wegener-Medaille und die damit verbundene lebens­lange Ehren­mit­gliedschaft in der EGU ist eine der angesehensten Auszeichnungen, die die EGU verleihen kann. Sie ist Wissenschaftlern vorbehalten, die außer­gewöhnliche wissenschaftliche Leistungen in der Atmosphären­forschung, der hydrologischen Forschung oder der Meeres­forschung erbracht haben.

Burrows, der an der Universität Bremen die Abteilung für Atmosphären­physik und -chemie leitet, ist in der weltweiten Wissenschafts­gemeinde für seine Beiträge zur Entwicklung und Anwendung von neuen Sensoren auf Satelliten bekannt. Sie dienen der Fern­erkundung der Zusammen­setzung der Erd­atmosphäre. Die Messungen mit dieser Art von Geräten haben zu wichtigen Fort­schritten im Verständnis der Chemie und der Dynamik der Atmo­sphäre und zu den Ursachen der Luft­verschmutzung geführt. Burrows und sein Forschungs­team an der Universität Bremen haben einzig­artige Beiträge zur Evolution des Wissens gemacht, welche zu einem Paradigmen­wechsel im globalen Verständnis der Erd­atmosphäre geführt haben.

Burrows begann seine wissenschaftliche Karriere mit Untersuchungen zur Kinetik und Spektro­skopie von atmo­sphärischen Spuren­gasen. Er untersuchte chemische Reaktionen, die in der Erd­atmosphäre stattfinden. Der Umwelt­physiker forschte in Laboren an der Universität Cambridge, dem Harvard Smithsonian Center for Astrophysics, am United Kingdom Atomic Energy Research Establishment, der Universität Oxford und dem Max Planck Institut für Chemie in Mainz.

1992 wurde er Professor an der Universität Bremen und hier zu einem Mit­begründer des Instituts für Umwelt­physik. In Bremen legte er sein Forschungs­interesse auf die Entwicklung und Verwendung von Fern­erkundungs­mess­techniken und konzipierte und erprobte neue Instrumente. Mit Hilfe neuartiger Sensoren gelang ihm mit seinem Forschungs­team die Gewinnung einmaliger globaler Datensätze. Sie werden weltweit von Wissenschaftlern genutzt. Die Daten ermöglichen es, dass Auswirkungen der Luft­verschmutzung durch anthropo­gene Aktivitäten und natürliche Phänomene getrennt werden können. Dies ist von besonderer Bedeutung in einer Phase des beschleunigten Anstiegs der vom Menschen versursachten Emissionen während der Schlüssel­phase der neuen geologischen Epoche namens Anthropozän.

International anerkannt als der „Vater” der ersten europäischen Satelliten­sensoren, welche die atmosphärische Zusammen­setzung aus dem Weltall bestimmen konnten, spielt Burrows zudem eine führende Rolle in der Weiterentwicklung der Fernerkundung der Erd­atmosphäre. Er ist Mitglied des National Environment Research Council Center for Ecology and Hydrology, außer­ordentlicher Professor an der Universität Maryland und ein regelmäßig besuchender Wissenschaftler der NASA.

U. Bremen / DE

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