Strömungsanalyse per Kernspintomographie

  • 27. August 2015

Uni Rostock: Professor für Strömungsmechanik setzt auf dreidimensionale Bildgebung.

Moderne bildgebende Verfahren mit Hilfe der Kernspintomographie ermöglichen detailreiche Einblicke in den menschlichen Körper. Der neu berufene Professor für Strömungsmechanik an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock, Sven Olaf Grundmann, setzt für sein Fachgebiet ebenfalls auf die dreidimensionale Bildgebung mit Hilfe der Kernspin­tomographie. Die Uni Rostock könnte so die erste Maschinenbau-Fakultät in Deutschland sein, die mit Hilfe eines eigenen Kernspin­tomo­graphen ingenieurswissenschaftliche Problemstellungen erforscht.

Grundmann

Abb.: Sven Olaf Grundmann. (J. Tetzke, U. Rostock)

Fachlich fit hat sich der 39-Jährige dafür während eines längeren Forschungs­auf­ent­haltes an der Stanford University in den USA gemacht. Er ist in Deutschland einer der ersten Forscher, der in der Lage ist, einen Kern­spin­tomo­graphen zur Untersuchung technischer Strömungen zu nutzen. Ein Ganzkörper­screening in der Strömungsmechanik also? „Ja“, sagt der junge Wissenschaftler fest überzeugt. Er hat sein Diplom im Studiengang Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt abgelegt, promovierte dort und habilitierte sich 2014 im Fach Strömungs­mechanik, ebenfalls an der Uni Darmstadt.

„Mit Hilfe der Kernspintomographie lassen sich für komplizierte Strömungen, wie sie beispielsweise in Flugzeugtriebwerken, Motorkühlsystemen oder in der Aerodynamik vorkommen, ungewöhnlich schnell detaillierte Datensätze gewinnen, die man mit keiner anderen strömungsmechanischen Mess­technik erreichen kann“, sagt Grundmann. Er strebt an der Uni Rostock eine fächerübergreifende Kooperation mit Physikern, Biologen, Elektro­technikern, Mathematikern, Medizinern und Chemikern an, um das Potenzial für die strömungsmechanische Anwendung voll auszuschöpfen. Durch diese Kooperationen könne die Kernspintomographie als exzellente Messmethode aber auch von allen genannten Disziplinen genutzt werden. „Mit Hilfe der Kernspintomographie könnten in naher Zukunft ganz neue Bauteile entwickelt werden, die zu beachtlichen Energieeinsparungen führen werden“, so Grundmann.

UR / RK

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