Ausgezeichnete Quantenkontrolle

  • 18. August 2015

John-Stewart-Bell-Preis 2015 an Rainer Blatt verliehen.

Der Experimentalphysiker Rainer Blatt erforscht seit zwanzig Jahren in Innsbruck die Grundlagen für die Entwicklung von Quanten­technologien. Mit seinem Team hat er im Labor bereits erste Quanten­computer realisiert und einfache Quanten­rechnungen durchgeführt. Schon in wenigen Jahren will er auf Quanten­computern zum Beispiel erste Simulationen von Molekülen realisieren, an denen Supercomputer heute noch scheitern. Für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Quanten­informations­verarbeitung mit gefangenen Ionen wird Rainer Blatt nun in Kanada mit dem John-Stewart-Bell-Preis ausgezeichnet. Das Preiskomitee würdigt dabei insbesondere seine jüngsten Erfolge mit analogen und digitalen Quanten­simulatoren sowie neuen Fehler­korrektur­verfahren. „Diese internationale Anerkennung unser Arbeit freut mich sehr und ist für mein Team und mich eine zusätzliche Motivation, unsere Forschungen weiter voranzutreiben“, sagt Rainer Blatt. „Dieser Preis unterstreicht auch den Stellenwert und die Wertschätzung, die die Innsbrucker Physik inzwischen weltweit genießt.“

Abb.: Rainer Blatt (Bild: IQOQI / Lackner)

Abb.: Rainer Blatt (Bild: IQOQI / Lackner)

Meilensteine von Rainer Blatts Arbeit waren die erste Teleportation mit Atomen, die Realisierung des ersten Quantenbytes und das mit 14 Quantenbits größte je gebaute Quantenregister. Rainer Blatt ist Professor für Experimentalphysik an der Universität Innsbruck und Direktor des Instituts für Quanten­optik und Quanten­information (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck. Für seine Leistungen erhielt er bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, einen Humboldt-Forschungspreis und den Carl-Zeiss-Forschungspreis.

Der nordirische Physiker John Stewart Bell ist vor allem für die von ihm hergeleitete Bellsche Ungleichung bekannt, die einen grundlegenden Test für die Gültigkeit der Quantenmechanik darstellen. Der nach ihm benannte Preis wird seit 2009 vom Centre for Quantum Information and Quantum Control an der Universität Toronto alle zwei Jahre für große Fortschritte in der Quantenphysik vergeben. Die Verleihung der Auszeichnung findet im Rahmen der diesjährigen Konferenz zu Quanten­information und Quanten­kontrolle am Fields Institute in Toronto statt.

U. Innsbruck / DE

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