Scharfer Blick von oben

  • 29. July 2015

Koreanischer Komsat3a-Satellit mit deutscher Technik liefert hochaufgelöste optische und Infrarot-Aufnahmen.

Seit 112 Tagen fliegt der koreanische Kompsat3a-Satellit nun in 528 Kilometern Höhe um die Erde. „Und die Auswertung der ersten Bilder zeigt uns, dass die elektronische Kamera-Einheit präzise arbeitet", sagt Andreas Eckardt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Satellit mit einem hoch­auflösenden optischen Instrument sowie einer Infrarot-Fähigkeit an Bord startete am 25. März 2015 um 23.08 Uhr mitteleuropäischer Zeit und gehört zu einem Satellitenprogramm des Korea Aerospace Research Institute (KARI). Das DLR-Institut für Optische Sensor­systeme entwickelte die Fokalebene sowie den Fokussierungs­mechanismus des optischen Kanals. „Wir sorgen unter anderem dafür, dass die Aufnahmen die richtige Schärfe haben.“

Abb.: Auf dieser Infrarot-Aufnahme von Seoul werden Wärmeeinträge in den Hauptfluss oder Straßen und Plätze gut sichtbar. Selbst Schiffe sind tags und nachts zu erkennen. (Bild: DLR)

Abb.: Auf dieser Infrarot-Aufnahme von Seoul werden Wärmeeinträge in den Hauptfluss oder Straßen und Plätze gut sichtbar. Selbst Schiffe sind tags und nachts zu erkennen. (Bild: DLR)

Bereits bei dem Vorläufer-Modell Kompsat3 war das DLR im Unterauftrag beteiligt, nun ist es erstmals direkter Vertragspartner der KARI. Der „Korean Multi Purpose Satellite“ kann bei seinen Überflügen etwa ein Meter große Objekte am Boden erkennen – und sieht damit bereits besser als Vorgänger Kompsat3 (1,4 Meter). Zudem verfügt er über eine Kamera im mittleren Infrarot­bereich, die in Dunkelheit rund zehn Meter große Objekte erkennen kann. Einsetzen lässt sich Kompsat3a beispielsweise für die Schiffsdetektion, aber auch bei der Erfassung von „Hot spots“, also Hochtemperaturereignisse. „In der Kombination von Infrarot- und visuellen Aufnahmen mit hoher Auflösung können dadurch exaktere Aussagen getroffen und mögliche Fehlalarme herausgefiltert werden“, erläutert DLR-Projektleiter Andreas Eckardt. Die Satellitendaten werden zudem auch in Deutschland verarbeitet und verwendet. „Kompsat3a kann täglich bis zu 150.000 Quadrat­kilometer abdecken, während er mit sieben Kilometern in der Sekunde um die Erde kreist.“

Seine Erfahrungen im Bereich der optischen Sensoren bringt das DLR-Institut für Optische Sensorsysteme bereits in verschiedenen Programmen wie der OPSIS-Satelliten-Mission der italienischen Raumfahrtagentur ASI, aber auch in Kooperationen mit der Industrie für den nationalen und internationalen Markt ein. „Dabei kommt es auf höchste Präzision an“, betont DLR-Wissenschaftler Eckardt. Vor allem bei der Erdbeobachtung mit Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen und Flugzeugen sind die am DLR entwickelten Sensoren und Systeme im Einsatz. Dazu gehören Entwicklungen der Echtzeit­daten­verarbeitung, der Fokalebenen-Technologie, der Echtzeit­kalibration und der Sensor­signal­verarbeitung sowie die Beteiligung an der Entwicklung von Kleinsatelliten.

DLR / DE

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