Noch keine Ferien für Teilchenphysik-Nachwuchs

  • 21. July 2015

Sommerschule zur Hadron-Collider-Physik findet diese Woche in Göttingen statt.

An der Universität Göttingen findet noch bis 24. Juli 2015 die vierte europä­ische Sommerschule zur Hadron-Collider-Physik für Bachelor- und Master­studierende statt. Rund vierzig Teilneh­merinnen und Teilnehmer von zwölf Univer­sitäten und Instituten aus sieben europäischen Ländern treffen sich an der Fakultät für Physik. Dort disku­tieren sie eine Woche lang mit Lehrenden der Universität Göttingen und des europäischen Forschungs­zentrums für Elementar­teilchen­physik CERN in Genf. Im Mittelpunkt stehen dabei Grundlagen der Quanten­feld­theorie und aktuelle Fragen der Hadron Collider-Physik, wie sie beispielsweise am Fermilab in Chicago und am Large Hadron Collider des CERN betrieben wird. Göttinger Wissen­schaftler sind an beiden Projekten beteiligt.

Abb.: Studierende der vierten HASCO-Sommerschule an der Universität Göttingen (Bild: U. Göttingen)

Abb.: Studierende der vierten HASCO-Sommerschule an der Universität Göttingen (Bild: U. Göttingen)

„Diese Art der fundamentalen Grundlagenforschung lässt sich nur in großen und interna­tionalen Teams von Experten aus aller Welt erfolgreich durchführen“, erklärt der lokale Organi­sator der Sommerschule, Arnulf Quadt vom II. Physika­lischen Institut der Uni Göttingen. „Aus der Entwicklung der Quanten­mechanik in Göttingen ist die Elementarteilchenphysik der vergangenen Jahrzehnte entstanden. In der heutigen Zeit ist es wichtig, unsere Studierenden auf höchstem Niveau auszubilden und sie schon während des Studiums den europäischen Gedanken erleben zu lassen.“

Zu den aktuellen Forschungsthemen der Sommerschule gehören unter anderem Quanten­chromo­dynamik und Jets, statistische Methoden der Daten­analyse, der Large Hadron Collider als Teilchen­beschleu­niger, Detektor­physik, das Top-Quark und Super­symmetrie. Schwerpunkt ist in diesem Jahr der kürzlich erfolgte Neustart des Large Hadron Colliders bei erhöhter Energie und die Physik des Higgs-Boson. Seit der Entdeckung eines Higgs-artigen Teilchens im Juli 2012 konnten Wissen­schaftler weitere Daten sammeln und einzelne Eigen­schaften des Higgs-Teilchens vermessen. Darauf basierte die Vergabe des Physik-Nobelpreises 2013. Vom Neustart des Large Hadron Colliders bei erhöhter Strahl­energie versprechen sich die Teilchen­physiker neue Erkennt­nisse zum Higgs-Boson und weitere Antworten auf bisher ungelöste Fragen der Physik des Mikrokosmos.

Die Sommerschule wird unter anderem vom U4-Netzwerk der Unis Göttingen, Gent, Groningen und Uppsala sowie zahl­reichen weiteren europä­ischen Universitäten finanziert. Neben den europä­ischen Partner­institu­tionen nehmen dieses Jahr auch Studie­rende aus Belgien, England und den USA teil.

GAU / DE

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