Gefangen im Kreisverkehr

  • 09. March 2015

Raumsonde Dawn ist seit Freitag im Bann der eisigen Ceres.

Die NASA-Raumsonde ist in ihrer Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres angekommen – seit dem Freitag, 6. März 2015, 13.39 Uhr mitteleuropäischer Zeit, kreist Dawn um den Himmelskörper. Damit Ceres‘ Anziehungskraft sie in einen Orbit ziehen konnte, bremsten die Ionentriebwerke die Raumsonde in 61.000 Kilometern Entfernung von dem Zwergplaneten ab. Während dieses Vorgangs waren keine Aufnahmen mit der Kamera an Bord möglich. „Die insgesamt fast zwanzig Meter langen Solarpaneele mussten bei diesem Manöver zur Sonne ausgerichtet sein, und daher blickte die Kamera auch nicht in Richtung Ceres", erklärt Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Planetenforscher ist Mitglied im Kamerateam und wartet gespannt auf die Bilder, die Dawn im April aus 33.000 und 22.000 Kilometern Abstand aufnimmt. Doch zunächst verschwindet die Raumsonde bis Mitte April hinter der dunklen, sonnenabgewandten Seite des Zwergplaneten.

Am frühen Morgen des 2. März (MEZ) nahm die Raumsonde Dawn dieses Bild von Zwergplanet Ceres aus einer Entfernung von 49.000 Kilometern auf. Die Auflösung beträgt 4,6 Kilometer pro Pixel. Dies ist die letzte Aufnahme, bevor Dawn die Umlaufbahn von Ceres erreichte. (Bild: NASA, JPL / Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA)

Abb.: Am frühen Morgen des 2. März (MEZ) nahm die Raumsonde Dawn dieses Bild von Zwergplanet Ceres aus einer Entfernung von 49.000 Kilometern auf. Die Auflösung beträgt 4,6 Kilometer pro Pixel. Dies ist die letzte Aufnahme, bevor Dawn die Umlaufbahn von Ceres erreichte. (Bild: NASA, JPL / Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA)

Siebeneinhalb Jahre nach dem Start und nach fast fünf Milliarden geflogener Kilometer ist Dawn somit an ihrem zweiten Missionsziel angekommen. Ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta, umkreiste sie von 2011 bis 2012 und lieferte tausende Bilder. Auch ihre Umlaufbahn um Ceres wird nach und nach näher an den Zwergplaneten führen. Ab dem 23. April 2015 blickt die Kamera aus nur noch 13.500 Kilometern Entfernung auf die Oberfläche von Ceres und erforscht zwanzig Tage lang den Zwergplaneten aus dieser Höhe. „Dann können wir schon viel mehr Details erkennen und interpretieren“, betont Jaumann. „Und auch die dritte Dimension, das heißt das topographische Relief der Oberfläche, können wir dann zunehmend besser bestimmen.“ Dann soll auch das erste vollständige dreidimensionale Höhenmodell am DLR-Institut für Planetenforschung entstehen. Bis Ende dieses Jahres nähert sich Dawn dann bis auf 375 Kilometer an Ceres an. Insgesamt 18 Monate soll die Raumsonde mit insgesamt drei Instrumenten den Zwergplaneten erforschen.

Ceres wurde 1801 entdeckt und als Planet bezeichnet. Später wurde er als Asteroid klassifiziert – um schließlich 2006 in die neu definierte Klasse der Zwergplaneten eingeordnet zu werden. Mit seiner Umlaufbahn um die Sonne, der Kugelform und einem Durchmesser von 950 Kilometern war Ceres bei der Entstehung unseres Sonnensystems zunächst auf dem besten Weg, ein Planet zu werden. Doch die Gravitation von Jupiter verhinderte dies sehr wahrscheinlich, und so blieb der Kleinplanet in dieser Entwicklung stecken. Das macht Ceres interessant für die Forscher: „Er verkörpert ein Stadium der Planetenentstehung, das uns Aufschluss darüber geben kann, was vor 4,6 Milliarden Jahren passierte“, sagt Jaumann.

DLR / OD

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  • 30. November 2017

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