IYL15 in Deutschland feierlich eröffnet

  • 06. March 2015

Rund 300 geladene Gäste würdigten Licht als Lebens­grund­lage und Impuls­geber für Wissen­schaft und Technik.

Ohne Licht gäbe es uns nicht. Die Sonne spendet es uns seit Milliarden von Jahren. Zugleich ist Licht – oder allgemeiner: die elektromagnetische Strahlung – Basis vieler bedeutender Wissenschaftszweige oder Techniken: Laser, Solarzellen, Leuchtdioden oder die Glasfasertechnik seien hier nur exemplarisch genannt. Grund genug, sich der Bedeutung von Licht einmal intensiv vor Augen zu führen. Daher hat die UN-Generalversammlung das Jahr 2015 als „Internationales Jahr des Lichts und der Lichttechnologien“ ausgerufen.

Ein Lichterspektakel illuminiert die Fassade des Deutschen Museums in München. (Bild: DPG / J. Vetter)

Abb.: Ein Lichterspektakel illuminiert die Fassade des Deutschen Museums in München. (Bild: DPG / J. Vetter)

In Deutschland koordiniert die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Unesco-Kommission das Geschehen. Schon vor Wochen hat die DPG daher auf der Internetseite www.jahr-des-lichts.de einen bundesweiten Veranstaltungskalender freigeschaltet. Dort können Veranstalterinnen oder Veranstalter ihre geplanten Feste, Feiern oder Konferenzen eintragen – egal, ob es sich um wissenschaftliche, technologische, anwendungsbezogene, kulturelle oder künstlerische handelt.

Am 27. Februar wurde das Internationale Jahr des Lichts im Deutschen Museum in München nun offiziell eröffnet. „Die DPG hat sich bewusst für diesen Termin entschieden, weil hier an diesem Tag ein wichtiges optisches Instrument eingeweiht wird: das Zeiss-Planetarium“, sagt Edward Krubasik, Präsident der DPG in einem Grußwort. „Wir wollen das Jahr des Lichts nutzen, um junge Menschen und die Öffentlichkeit für neue Technologien zu begeistern und viele Beispiele für einen erfolgreichen und schnellen Technologietransfer von Forschung zur Anwendung zu zeigen.“

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Abb.: Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell mit der Fackel, mit der das Feuer der Olympischen Spiele 1972 in München entfacht wurde. Neben ihm der Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl, mit einer der ersten Glühbirnen. (Bild: DPG / J. Vetter)

Der bekannte Fernsehmoderator und Astrophysiker Harald Lesch führte bekannt locker und souverän durch die Eröffnungsfeier. Grußworte hielten der Nanoforscher und Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang Heckl, der Unesco-Vertreter Maciej Nalecz sowie Andreas Tünnermann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik im Namen aller Mitveranstalter, zu denen die Helmholtz-Gemeinschaft ebenso gehörte wie die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz oder die Max-Planck-Gesellschaft.

Die wissenschaftliche Seite des Lichts beleuchteten der frisch gekürte Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell vom MPI für Biophysikalische Chemie, Göttingen, in seinem Vortrag über das sogenannte STED-Mikroskop, das ihm den Nobelpreis einbrachte, sowie Martin Roth vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), der mit den Gästen eine gedankliche Reise von Molekülen bis zu Galaxien und zurück unternahm. Die Sichtweise der Politik zeigte der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller auf, die der Industrie Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender der Osram Licht AG. Mit einer weit sichtbaren Lichtinstallation lässt die Firma das Deutsche Museum einige Tage in ganz neuem Licht erstrahlen. „Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten“, gab Kirchenrat Stephan Schleissing vom Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften von der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität in seinem Vortrag über Licht und Erleuchtung im Christentum aber zu bedenken.

Die Physikanten & Co zeigen spaßige und faszinierende Experimente mit Licht.

Abb.: Die Physikanten & Co zeigen spaßige und faszinierende Experimente mit Licht. (Bild: DPG / J. Vetter) Caption

Ein besonderes Highlight der Feier war die Wiedereröffnung des Zeiss-Planetariums. Im Deutschen Museum stand bereits im Jahr 1923 das erste Projektionsplanetarium der Erde. Es wurde von Oskar von Miller, dem Gründer des Deutschen Museums, bei Carl Zeiss in Jena in Auftrag gegeben. Seitdem konnte das Deutsche Museum bis zu 80.000 Besucher pro Jahr verzeichnen. „Wenn es uns gelingt, Kinder so zu begeistern, dass sie später einmal ein Astronomie- oder Physikstudium beginnen, dann haben wir viel erreicht“, sagt Museumschef Heckl.

Für Michael Kaschke, Vorsitzender des Konzernvorstands der Carl Zeiss AG und im Vorstand der DPG verantwortlich für Industrie, war die Herstellung des weltweit modernsten Planetariums ein besonderes Anliegen. Möglichst vielen Menschen möchte er vermitteln, wie faszinierend die Vorstöße in die Mikro- und in die Makrowelten sein können und welche Bedeutung Licht für das Leben auf der Erde hat. „Eigenes Erleben, Augenblicke des Staunens und der Ergriffenheit, wie sie das neue Planetarium auf virtuellen Reisen durch das Universum und unsere Welt ermöglicht, wecken den Willen die Dinge zu verstehen und sich so auch mit Physik und Optik zu beschäftigen“, so Kaschke. Ihn fasziniert der Gedanke, dass die Photonen des Lichts der Sterne oder Galaxien oft Milliarden von Jahren im All unterwegs sind, um schlussendlich ihr Ende darin zu finden, auf der Netzhaut eines Beobachters einen bioelektrischen Impuls auszulösen, der direkt ins Gehirn gelangt, um dort Neugier, Faszination oder Erkenntnisgewinn auszulösen. Mit den französischen Worten „voir est savoir“ (übersetzt etwa: „sehen heißt verstehen“) wies er am Schluss der Veranstaltung noch einmal auf die Bedeutung von Licht für Wissenschaft und Technik sowie für das Leben hin – zumindest auf Erden.

DPG / OD

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