Unter einem Dach

  • 29. January 2015

Forschungsneubau HITec in Hannover soll Grundlagen- und angewandte Forschung zusammenbringen.

In Hannover entsteht derzeit ein zukunftsweisendes Forschungs­zentrum: Mit dem Hannover Institut für Technologie (HITec) plant die Leibniz-Universität Hannover eine Forschungs­infrastruktur, die erstmalig in Europa Grundlagen­forschung, angewandte Forschung und Technologie­entwicklung auf dem Gebiet der Quantenphysik und Geodäsie unter einem Dach vereint. Am Dienstag, 27. Januar 2015, erfolgte die Grund­stein­legung mit Wissen­schafts­ministerin Gabriele Heinen-Kljajić und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok sowie Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität Hannover.

Ziel des von Bund und Land finanzierten Neubaus ist es, hochpräzise Messtechnologien und hieraus abgeleitete Quantensensoren zu entwickeln. Künftig werden hier 100 bis 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Physik und den Ingenieurwissenschaften arbeiten. Der Forschungsbau soll bis 2016 realisiert werden. „Im HITec werden grundlegende Fragestellungen der Physik im inter­disziplinären Zusammen­wirken mit der Geodäsie und den Ingenieur­wissenschaften untersucht. Damit steht, neben den zu untersuchenden eminent wichtigen Fragen der Grundlagen­forschung, das HITec nicht nur für unsere national wie international herausragende Physik, sondern auch für den fächer­übergreifenden Forschungs-, aber auch Lehransatz“, sagt Volker Epping.

„Der Neubau des HITec ist ein weiterer Meilenstein in der nieder­sächsischen Forschungs­landschaft, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen werden hier vorbildlich vernetzt. Dass heute der Grundstein für das Forschungs­zentrum gelegt werden kann, ist ein sichtbares Zeichen der Planungs­sicherheit, die die Landes­regierung den Hochschulen garantiert“, sagt die Nieder­sächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić.

Die Entwicklung und der Test hoch­genauer Quanten­sensoren erfordern besondere Labor­bedingungen und stellen hohe Anforderungen an die Infrastruktur. „Die Ausstattung der Labore sowie die drei vorgesehenen Groß­geräte gibt es in dieser Qualität und Kombination weder an deutschen noch an internationalen Forschungs­institutionen“, sagt Wolfgang Ertmer, Vorsitzender der QUEST-Leibniz-Forschungsschule und Vize­präsident der Deutschen Forschungs­gemeinschaft DFG. „Die Wissen­schaftlerinnen und Wissen­schaftler werden hier Sensorsysteme entwickeln, erproben und herstellen, die in der Grund­lagen­physik, der Erdmessung und Erdbeobachtung sowie der Präzisionsmetrologie zum Einsatz kommen“, erläutert Ertmer. „Dadurch gelingt es zum Beispiel, den Eis­massen­verlust infolge der Klima­erwärmung mit bislang unerreichter Qualität zu erfassen.“

Der Forschungsbau soll über ein Messdach verfügen, auf dem Freistrahl-Laserverbindungen betrieben werden können und welches eine direkte Sicht auf Satelliten ermöglicht. Zusätzlich ist der Einsatz von drei Groß­geräten geplant, die in ihrer Kombination weltweit einmalig sind. Das wohl auffälligste Merkmal wird der so genannte Frei­fall­simulator sein, ein dreißig Meter hoher Turm für Experimente in der Schwere­losig­keit. Eine weitere Besonderheit stellt eine Anlage zur Entwicklung und Herstellung von Glasfasern und Faserlasern dar, beispielsweise für welt­raum­taugliche Anwendungen. Das dritte geplante Groß­gerät ist eine so genannte Atom­fontäne (Very Large Baseline Atom Interferometer, VLBAI), mit deren Hilfe hoch­präzise Mess­technologien auf Basis von Materie­wellen erforscht, getestet und entwickelt werden sollen.

Das Baukonzept des HITec sieht auch die Nutzung eines bereits bestehenden Gebäudes der Leibniz Universität an der Callinstraße vor. Das derzeit bereits teilweise von Arbeits­gruppen des Instituts für Gravitations­physik genutzte Gebäude soll modernisiert und mit dem Neubau verbunden werden.

Als wichtigste Kooperations­partner, die unmittelbar an der Forschungs­programmatik des HITec beteiligt sind, zählen die Physikalisch-Technische Bundes­anstalt (PTB) in Braunschweig, das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Max-Planck-Institut für Gravitations­physik/Albert-Einstein-Institut (AEI), sowie das Zentrum für angewandte Raumfahrt­technologie und Mikro­gravitation (ZARM).

U. Hannover / DE

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