Christoph-Schmelzer-Preis 2014 verliehen

  • 21. November 2014

Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V. zeichnet drei Master- und Promotionsarbeiten aus.

Der Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V. prämierte am 20. November 2014 gleich drei Preisträger mit dem Christoph-Schmelzer-Preis 2014. Toke Printz Ringbæk, Christin Glowa und Kristin Stützer wurden für Ihre herausragenden Master- bzw. Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Tumortherapie mit Ionenstrahlen geehrt. Die Auszeichnung wurde am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung verliehen. Das Preisgeld beträgt für die Masterarbeit 750 Euro und für eine Dissertationen jeweils 1.500 Euro.

Abb.: Die Preisträger von links: Christina Glowa, Toke Ringbæk, Kristin Stützer. (Bild: G. Otto, GSI)

Abb.: Die Preisträger von links: Christina Glowa, Toke Ringbæk, Kristin Stützer. (Bild: G. Otto, GSI)

Toke Ringbæk wird für seine theoretischen Untersuchungen von Rillen-Filtern, die den Strahl in der Tiefe modulieren, geehrt. Bei der Tumortherapie wird der Ionenstrahl Punkt für Punkt und Schicht für Schicht über den Tumor geführt. Dabei kann es aufgrund des sehr scharfen Dosis-Maximums, dem sogenannten Bragg Peak in der Tiefe zu Inhomogenitäten kommen. Für eine gleichmäßige Bestrahlung weiten diese Filter die scharfe Dosiverteilung etwas auf. Auf der Basis seiner Erkenntnisse hat Ringbæk ein neues Design eines 2D-Rillen-Filters entwickelt. Seine Masterarbeit hat er an der Universität Aarhus, Dänemark eingereicht und in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg durchgeführt.

In ihrer Doktorarbeit hat Christin Glowa in Langzeitstudien an Prostata-Tumoren die biologische Wirkung von Bestrahlungen mit Kohlenstoff-Ionen im Vergleich zur konventionellen Photonenbestrahlung untersucht. Bei ihren Experimenten stellte sie fest, dass bei der Kohlenstoff-Therapie die biologischen Faktoren des Gewebes eine deutlich geringere Rolle spielen. Die Ergebnisse tragen zum besseren Verständnis der Wirkungsweise der Strahlentherapie bei und liefern wichtige Hinweise für die Wahl des Therapieverfahrens. Ihre Dissertation reichte sie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein.

Kristin Stützer hat in ihrer Dissertation am Zentrum für Innovationskompetenz für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay an der TU Dresden das Verfahren zur direkten Kontrolle der Behandlung durch Kohlenstoff-Ionen erweitert. Sie wandte dabei die Positronen-Emissions-Tomographie-Technik erstmals auf bewegte Tumore an. Dazu entwickelte sie einen 4-dimensionalen Algorithmus, mit dem sich die Bewegung des Tumors sicher erfassen lässt. Ihre Dissertation hat sie am Zentrum für Innovationskompetenz für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay an der TU Dresden eingereicht.

Der Verein zur Förderung der Tumortherapie fördert die Aktivitäten im Rahmen des Forschungsprojekts "Tumortherapie mit schweren Ionen" bei GSI mit dem Ziel, durch Weiterentwicklung des Systems die Behandlung von Tumoren zu verbessern und der allgemeinen Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen. An der GSI-Beschleunigeranlage wurden seit 1997 über 400 Patienten mit Tumoren, in der Regel in der Schädelbasis, mit Ionenstrahlen behandelt. Die Heilungsraten dieser Methode liegen bei über 90 Prozent und die Nebenwirkungen sind sehr gering. Am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) werden Patienten mittlerweile routinemäßig mit schweren Ionen behandelt.

GSI / PH

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