Europäische Photonik-Industrie benötigt weiterhin Spezialgläser

  • 17. November 2014

Blei und Cadmium verleihen Optiken spezifische Eigen­schaf­ten – Aus­nahme­rege­lungen könn­ten 2016 aus­laufen.

Der Branchenverband Spectaris hat bei der Europäischen Kommission Anträge auf Verlängerung der Ausnahmeregelungen für die Verwendung von Blei im Glas sowie von Cadmium in optischen Filtern eingereicht. Die Anträge haben mit der Unterzeichnung durch 18 internationale Industrieverbände aus Europa, Japan und den USA eine breite Unterstützung gefunden.

Für die Leistungsfähigkeit von technischen Optiken sind Blei und Cadmium als Bestandteil der Glasschmelzen unerlässlich. Optische Systeme würden ohne diese Elemente unter anderem an Transparenz, Farbbrillanz und spektraler Trennschärfe verlieren – Eigenschaften, die in Anwendungen wie der Endoskopie, Fluoreszenzmikroskopie oder der Kameratechnik ausschlaggebend für den Nutzen der Geräte sind.

Jedoch ist in der RoHS-Richtline – Restriction of the use of certain Hazardous Substances – verordnet, dass Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, polybromiertes Biphenyl (PBB) und polybromierte Diphenylether (PBDE) in Elektro- und Elektronikgeräten durch andere Stoffe ersetzt werden müssen. Für ausgewählte Produktbereiche gibt es aber Ausnahmegenehmigungen.

Die von Spectaris bereits in 2009 erwirkte Ausnahme für optische Materialien läuft regulär zum Juli 2016 aus. Bei Verlängerung des Status-quo besteht in Europa für weitere fünf Jahre Planungssicherheit bei der Entwicklung und dem Einsatz von optischen Systemen.

Bis zum 21. Januar 2015 nimmt die Europäische Kommission noch Anträge an. Die Evaluierung der Ausnahmeanträge von Spectaris erfolgt im Auftrag der Europäischen Kommission durch das Öko-Institut in Freiburg. Die Konsultationen finden voraussichtlich Anfang nächsten Jahres statt.

Spectaris / OD

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