Supraleiter nach Maß

  • 31. October 2014

Neues Gemeinschaftslabor will supraleitende Bandleiter weiterentwickeln.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Deutsche Nanoschicht GmbH haben sich zum Ziel gesetzt, maßgeschneiderte Hochtemperatur-Supraleiter für Anwendungen in der Energietechnik zu entwickeln. Dazu haben das Forschungsinstitut und die Tochtergesellschaft der BASF New Business GmbH entsprechende Kooperationsverträge unterzeichnet.

Abb.: Die Deutsche Nanoschicht, eine Tochtergesellschaft der BASF New Business GmbH, hat ein innovatives Beschichtungsverfahren zur Herstellung dünner Schichten entwickelt. (Bild: BASF SE)

Abb.: Die Deutsche Nanoschicht, eine Tochtergesellschaft der BASF New Business GmbH, hat ein innovatives Beschichtungsverfahren zur Herstellung dünner Schichten entwickelt. (Bild: BASF SE)

Im Rahmen der Kooperation werden die Partner Anfang 2015 ein Labor am Institut für Technische Physik des KIT eröffnen. Dort sollen die Wissenschaftler aus Karlsruhe gemeinsam mit den Experten der Deutschen Nanoschicht supraleitende Bandleiter für einzelne Anwendungen optimieren und maßschneidern. Mögliche Einsatzgebiete für die von der Deutschen Nanoschicht hergestellten Hochtemperatur-Supraleiter sind Strombegrenzer und Transformatoren für öffentliche Stromnetze, Stromkabel für innerstädtische Versorgungsnetze sowie Spulen für Generatoren und Elektromotoren. Je nach Anwendung müssen die Wissenschaftler zum Beispiel die Eigenschaften der Supraleiter bei Wechselstrom, bei sehr hohen Strömen und in starken Magnetfeldern anpassen.

„Das KIT verfügt über ein breites Know-how im Bereich der Synthese und der Anwendung von Supraleitern. Die Kooperation mit dem KIT ist somit eine ideale Ergänzung unserer Aktivitäten zum Aufbau unseres Wachstumsfeldes E-Power-Management“, sagt Stefan Blank, Geschäftsführer der BASF New Business GmbH.

„Unsere einzigartige Beschichtungstechnologie wird es zukünftig erlauben, Supraleiter mit dem für die breite Einführung im Energiesektor notwendigen Preis-Leistungs-Verhältnis herzustellen“, ergänzt Michael Bäcker, Geschäftsführer der Deutschen Nanoschicht GmbH.

Bernhard Holzapfel vom Institut für Technische Physik am KIT wird das neue Labor leiten. „Die variable Beschichtungstechnologie der Deutschen Nanoschicht erlaubt eine optimale Anpassung der Supraleiter an die Marktanforderungen. Wir freuen uns darauf, diese Supraleiter für verschiedenste elektrotechnische Anwendungen gemeinsam weiterzuentwickeln“, so Holzapfel.

Die Deutsche Nanoschicht hat ein innovatives chemisches Beschichtungsverfahren zur Herstellung dünner Schichten mittels chemischer Lösungsabscheidung entwickelt. Mit diesem Verfahren lassen sich Hochtemperatur-Supraleiter wesentlich effizienter und ressourcenschonender herstellen. Diese Supraleiter übertragen Strom nahezu verlustfrei und ermöglichen somit große Einsparpotenziale bei Stromerzeugung und -transport.

Das Wachstumsfeld „E-Power-Management“ der BASF umfasst technologische Entwicklungen, Materialien und Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette beim Strom. Im Fokus stehen die ressourcenschonende und effiziente Stromgewinnung,
-übertragung, -speicherung sowie eine effizientere Nutzung von elektrischer Energie.

BASF / DE

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