Von Harvard nach Ulm

  • 23. September 2014

Rückkehrprogramm und Forschungsumfeld überzeugen jungen Quantenphysiker von Professur in Schwaben.

Der neue Carl-Zeiss-Stiftungsprofessor Alexander Kubanek hat efeubewachsene Mauern gegen Beton und Baustaub eingetauscht. Nach dreieinhalb Jahren an der nordamerikanischen Eliteuniversität Harvard entschied sich der 34-Jährige, den Ruf an die Universität Ulm anzunehmen – auf die Stiftungsprofessur für „Experimentelle Quantenoptik“ mit dem Schwerpunkt „Hybride Quantensysteme“.

Abb.: Alexander Kubanek. (Bild: J. Chase)

Abb.: Alexander Kubanek. (Bild: J. Chase)

„Ich war auf der Suche nach einem Umfeld, in dem ich etwas bewegen kann. Darüber hinaus ist die Universität Ulm in den Bereichen experimentelle und theoretische Quantenphysik sowie Material- und Biowissenschaften hervorragend aufgestellt“, sagt der neue Professor am Institut für Quantenoptik. Kubaneks Wechsel von der amerikanischen Ostküste nach Schwaben ist auch dem Rückkehrprogramm der German Scholars Organization (GSO) und der Carl-Zeiss-Stiftung zu verdanken: Für vier Jahre wird die Forschung seiner Arbeitsgruppe mit 800 000 Euro unterstützt. Anschließend übernimmt die Universität Ulm die Finanzierung.

Das Rückkehrprogramm unterstützt Universitäten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen dabei, sich im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe zu behaupten. Gefördert werden Berufungen von exzellenten deutschen Wissenschaftlern in den sogenannten MINT-Fächern und der Betriebswirtschaftslehre, die zum Zeitpunkt der Berufung im Ausland tätig sind. Je Professur stehen Fördermittel von durchschnittlich 100 000 Euro zur Verfügung.

Die 1889 von dem Physiker Ernst Abbe errichtete Carl-Zeiss-Stiftung fördert in den drei Bundesländern die wissenschaftliche Arbeit an staatlichen Hochschulen im Bereich der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer – vor allem mit dem Ziel, das Profil und die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit einzelner Hochschulstandorte nachhaltig zu stärken. Die Rückgewinnung von deutschen Wissenschaftlern, die im Ausland erfolgreich tätig sind, ist eine wichtige Aufgabe, die von der Carl-Zeiss-Stiftung finanziell unterstützt wird, wenn die Berufung eines für die zu besetzende Professur hervorragend qualifizierten deutschen Wissenschaftlers aus finanziellen Gründen zu scheitern droht.

Der gebürtige Nürnberger Alexander Kubanek hat nach dem Studium der Nanostrukturtechnik an der Universität Würzburg am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in München-Garching promoviert und ging anschließend als Postdoktorand an die Harvard University, wo er zur optischen Quantenkommunikation mit künstlichen Atomen in Diamant forschte.

Als Professor mit dem Schwerpunkt hybride Quantensysteme an der Universität Ulm will der studierte Ingenieur neben der Grundlagenforschung zu einer verbesserten Informationsübertragung (Quantenkryptographie) und zum lang ersehnten Quantencomputer beitragen, der mehrere hochkomplexe Rechenoperationen gleichzeitig durchführen kann. Schon heute werden Kohärenz und Verschränkung quantenmechanischer Systeme für Technologien der Zukunft genutzt – doch alle bisher eingesetzten Möglichkeiten der Quanteninformationsverarbeitung haben ihre eigenen Schwächen. Durch hybride Quantensysteme können die jeweiligen Stärken verschiedener Systeme miteinander kombiniert werden.

U. Ulm / PH

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