Eiserner Klettverschluss

  • 01. April 2014

Laserbasierter Umschmelzprozess liefert wiederverwertbaren metallenen Klettverschluss.

Aus dem täglichen Leben sind sie nicht mehr wegzudenken: Klettverschlüsse. Ob an Taschen, Schuhen oder Jacken, der Klettverschluss verbindet zuverlässig und simpel. Auch in der Industrie werden Klettverschlüsse teilweise eingesetzt, um Bauteile vorübergehend aneinander zu haften. Was aber tun, wenn es bei der industriellen Fertigung sehr heiß ist oder gar mit ätzenden Stoffen gearbeitet wird? Ein Klettverschluss aus Kunststoff ist hier nicht die richtige Lösung, er würde schmelzen.

Der metallene Klettverschluss Fixx-Itt

Abb.: Der metallene Klettverschluss Fixx-Itt (Bild: BIAS)

Das BIAS (Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH) hat deshalb Fixx-Itt entwickelt – einen wiederverwendbaren Klettverschluss aus Metall, der sich auch in heißen und säurehaltigen Umgebungen zuverlässig einsetzen lässt. Ein Umschmelzprozess mit Hilfe eines Lasers machte es möglich.

In der Automobilindustrie wäre ein Einsatz an verschiedensten Stellen denkbar. Vor allem aber an Bauteilen, die bei einer Wartung ausgebaut werden müssten, oder diese selbst vereinfachten. So könnte die sichere Befestigung beispielsweise des Auspuffs oder Teilen im Motorraum – beide Bereiche werden sehr heiß – mit dem Fixx-Itt realisiert werden. Ebenfalls ginge die Montage im Werk schneller und einfacher, da keine Schrauben angezogen oder Schweißverbindungen erstellt werden müssten. Da Fixx-Itt keinen Flies oder Schlaufen benötigt wie ein konventioneller Klettverschluss, ist er haltbarer und kann sehr viel besser gereinigt werden.

Möglich wurde die Herstellung durch einen sogenannten „Anhäufprozess“ mittels eines Faserlasers: Auf ein dünnes Blech wurden eng nebeneinander stehend ein Millimeter dünne Drähte geschweißt. Auf die Spitzen dieser Drähte richteten die Wissenschaftler des BIAS einen Faserlaser, der mit 1090 Nanometer Wellenlänge und einer Leistung von 300 Watt arbeitet. Dieser konnte den Draht oben aufschmelzen. Die Oberflächenspannung des Metalls sorgt dann dafür, dass nur die Spitze des Drahtes von einer zylindrischen Ausgangs- in eine Kugelform übergeht. Die dünnen Drähte sehen dann aus wie Stecknadeln. Zwei „Nadelkissen“ lassen sich ineinander stecken und ergeben das haltbare „Fixx-Itt“.

Der Klettverschluss aus Plastik war in der Bekleidungsindustrie 1951 eine große Innovation, jedoch hält er nur wenig Zugkraft aus. Das Labormodell vom Fixx-Itt zeigte bereits im Anfangsstadium der Entwicklung, dass er eineinhalb Mal stärker als ein vergleichbares Modell aus Kunststoff ist. Im Überlastfall verformt er sich weder nachhaltig, noch geht er kaputt. Die zwei Teile Fixx-Itt lösen sich in diesem Fall voneinander und sind sofort wieder einsetzbar.

BIAS / DE

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