„Neue Stufe der digitalen Revolution“

  • 14. March 2014

VDE stellte „Taktiles Internet“ auf der Cebit vor – Roboter, Maschinen oder Autos in Echtzeit steuern.

Taktiles Internet ermöglicht es, Menschen und Objekte wie Roboter, Maschinen oder Autos in Echtzeit zu steuern; die drahtlose Technologie erfordert minimale Antwortzeiten zwischen Bewegung und Reaktion. Im Automobilbau, in der Industrieautomation, in Gesundheit und Bildung sowie im Bereich Smart Grid gibt es vielfältige Anwendungen. Um das Zukunftspotenzial dieser Technologie optimal für den Standort Deutschland zu nutzen, fordert der Technologieverband VDE verstärktes Engagement und Forschungsaktivitäten für das Internet der Zukunft. Ziel ist es, die Technologiehoheit auf diesem Innovationsfeld auszubauen und die ökonomischen Chancen für die deutsche Wirtschaft zu nutzen.

Forschungsbedarf sieht der VDE vor allem bei der digitalen Infrastruktur: Neue, robuste Kommunikationsnetze mit Reaktionszeiten von nur wenigen Millisekunden, zuverlässige Sicherheitskonzepte zum Schutz von Nutzern, Daten und Maschinen sowie Chips führen die Prioritätenliste an. In dem auf der CeBIT in Hannover vorgestellten Positionspapier „Taktiles Internet“ spricht sich der VDE außerdem für eine enge Kooperation zwischen Forschung, Anwendern, Herstellern und Netzwerkbetreibern bei der Entwicklung der Infrastruktur aus. Ohne ein leistungsfähiges Taktiles Internet könnten wichtige deutsche Branchen den Anschluss verpassen, heißt es in dem Papier.

Den Dresdner Wissenschaftlern des cfaed-Clusters steht eine ganze Reihe von Einrichtungen für ihre Forschung zur „Elektronik von übermorgen“ zur Verfügung, wie etwa der Reinraum des „Namlab“

Abb.: Den Dresdner Wissenschaftlern des cfaed-Clusters steht eine ganze Reihe von Einrichtungen für ihre Forschung zur „Elektronik von übermorgen“ zur Verfügung, wie etwa der Reinraum des „Namlab“. (Bild: J. Lösel, TUD)

„Es handelt sich um nichts weniger als eine neue Stufe der digitalen Revolution“, erklärt Gerhard Fettweis, Vodafone-Stiftungsprofessor an der TU Dresden. Der Koordinator des Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) ist federführend bei einer gemeinsamen Initiative deutscher Forschungsinstitute und Industrieunternehmen zum „Taktilen Internet“, die er am 10. März 2014 auf der Cebit in Hannover präsentierte. Global werden – zum Beispiel unter dem Betriff fünfte Mobilfunkgeneration (5G) – Milliardenbeträge in die Forschung zu diesen Systemen investiert.

Es ist offensichtlich, dass die Querschnittbedeutung dieser zukünftigen, digitalen Infrastruktur weit über den Mobilfunk hinaus erkannt wurde und der Wettbewerb um die Technologieführerschaft international große Priorität genießt. Innovationen in Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilindustrie, Transport und Logistik, dem Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung werden langfristig nur dann in Deutschland und Europa entstehen, wenn sie vor Ort entwickelt, getestet und genutzt werden können.

„Die Weiterentwicklung der europäischen Technologieführerschaft im Bereich der Netzwerktechnologien ist – wie die NSA Aktivitäten deutlich demonstriert haben – nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit“, betont der Koordinator des TUD-Exzellenzclusters für Mikroelektronik. Der Querschnittscharakter der zukünftigen Kommunikationsinfrastruktur macht eine prägende und führende Rolle der deutschen und europäischen Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, basierend auf internationalen Standards, zu einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Notwendigkeit. „Deutschland hat auf Grund der ausgezeichneten Forschungslandschaft gute Voraussetzungen, bei der Erforschung und Einführung von Schlüsseltechnologien für das Taktile Internet eine führende Rolle zu spielen“, sagt Fettweis. „Die starke Position Deutschlands sowohl bei den Entwicklern grundlegender Technologien als auch bei den beschriebenen Nutzergruppen erlaubt es Synergien zu nutzen, die beiden Gruppen einen Vorsprung im internationalen Wettbewerb verschaffen werden. Dies garantiert der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft die Verfügbarkeit der weltweit fortschrittlichsten Kommunikationsinfrastruktur.“

Nur die Technologieführerschaft im Bereich der Kommunikationstechnologie garantiere auch zukünftig, Deutschland und Europa mit der leistungsfähigsten Kommunikationsinfrastruktur zu versorgen. Diese sei notwendig in vielen Bereichen, wie Bildung, Weiterbildung, lebenslanges Lernen, der Medizin – etwa bei Tele-Diagnose und -Behandlung –, der Verkehrssteuerung, oder für die Energiewende und Elektrizitätsversorgung bei der Schaltung dezentraler Stromnetze innerhalb der Smart Grids. Dort leistet sie einen Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Versorgungssicherheit.

VDE / TUD / OD

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