Preise für Greifswalder Sternenphysik

  • 28. February 2014

Robert Wolf erhält zwei Preise für seine Dissertation zur Präzisionsmassenbestimmung kurzlebiger Atomkerne.

Robert Wolf wurde im vergangenen Jahr am Institut für Physik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald promoviert.
Am 3. März 2014 wird ihm der Wolfgang-Paul-Studienpreis der Deutschen Gesellschaft für Massenspektrometrie (DGMS) überreicht. Damit ehrt die DGMS auf ihrer Jahrestagung die jeweils besten Diplom- bzw. Master- und Doktorarbeiten auf dem Gebiet der Massenspektrometrie. Am 6. März 2014 bekommt Wolf den „GENCO award“ der GSI Exotic Nuclei Community.

Abb.: Robert Wolf. (Bild: privat)

Abb.: Robert Wolf. (Bild: privat)

Von 2003 bis 2008 studierte Robert Wolf Physik an der Universität Greifswald. Im Rahmen seiner Promotion in der Arbeitsgruppe von  Lutz Schweikhard hat Wolf die Flugzeitmassenspektrometrie methodisch erweitert und zur Bestimmung bisher unbekannter Massenwerte von kurzlebigen Isotopen angewendet. Solche Messungen erfolgen üblicherweise mit sogenannten Penningfallen. Dabei müssen die Atome so aufbereitet werden, dass ausschließlich die zu untersuchenden Teilchen enthalten sind. Meist wird von den Ionenquellen jedoch eine Vielzahl von Ionen mit fast gleicher Masse geliefert, den „Isobaren“.

Wolf konnte diese „Isobaren-Verunreinigungen“ mit dem von ihm in Greifswald gebauten und am CERN installierten Multireflexions-Flugzeitmassenspektrometer abtrennen. Erst durch den Einsatz dieser Apparatur war die Massenmessung zum Beispiel des Zinkisotops 82Zn möglich. Die so gewonnen Daten erweiterten das Verständnis der Zusammensetzung von Neutronensternkrusten.

Abb.: Schematische Übersicht der ISOLTRAP-Anlage zur Multireflexions-Flugzeitmassenspektrometrie. (Bild: F. Wienholtz)

Abb.: Schematische Übersicht der ISOLTRAP-Anlage zur Multireflexions-Flugzeitmassenspektrometrie. (Bild: F. Wienholtz)

Das Multireflexions-Flugzeitmassenspektrometer kann aber nicht nur zur Vorbereitung der Präzisionsmassenmessungen eingesetzt werden, sondern auch für die Messungen selbst. Das konnte Wolf zusammen mit seinen Kollegen ebenfalls an einem spektakulären Beispiel demonstrieren, den extrem neutronenreichen Kalziumisotopen 53Ca und 54Ca. Sowohl beim Einsatz als Massenseparator als auch als Massenspektrometer handelt es sich um die jeweils erste Anwendung eines Flugzeitmassenspektrometers für die direkte Messung neuer Kernmassenwerte. Die Ergebnisse seiner mehrjährigen Forschungen sind in die Dissertation „First on-line applications of a multi-reflection time-of-flight mass separator at ISOLTRAP and the mass measurement of 82Zn“ eingeflossen.

Der DGMS-Preis erinnert an Wolfgang Paul, der für seine grundlegenden Arbeiten zur Ionenfalle und zu ionenoptischen Geräten den Nobelpreis in Physik 1989 erhielt. Der Preis für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Massenspektrometrie wird jährlich anlässlich der Jahrestagung der DGMS durch eine Jury vergeben. Mit dem GENCO award werden exzellente Arbeiten zu kernphysikalischen Fragestellungen ausgezeichnet. Die beiden Preise zeigen die fächerübergreifende Bedeutung der Dissertation von Wolf.

U. Greifswald / PH

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