Drumherum für ITER

  • 29. October 2013

Mit 530 Millionen Euro bislang größten Vertrag für Infrastruktur des Fusionsreaktors unterzeichnet.

Fusion for Energy (F4E), die für den europäischen Beitrag zu ITER verantwortliche Organisation, hat ihren bislang größten Vertrag mit Cofely Axima, Cofely Ineo, Cofely Endel (GDF SUEZ-Gruppe) und der M+W Group unterzeichnet. Die umfangreichen Fachkenntnisse des französisch-deutschen Konsortiums werden genutzt, um die Gebäudetechnik für den Tokamak-Komplex und für die umgebenden Gebäude bereitzustellen. Die Laufzeit des Vertrags soll sechs Jahre betragen, sein Volumen ungefähr 530 Millionen Euro.

an Pascal de Peretti de la Rocca, CEO Cofely Axima, Guy Lacroix, Managing Director GDF SUEZ Energy Services und Henrik Bindslev

Abb.: Jean Pascal de Peretti de la Rocca, CEO Cofely Axima, Guy Lacroix, Managing Director GDF SUEZ Energy Services und Henrik Bindslev, Director Fusion for Energy (v. l. n. r.; Bild: F4E)

Professor Henrik Bindslev, Direktor von F4E, erklärte: „Dies ist eine wichtige Errungenschaft für Europa, nicht nur wegen des Vertragsvolumens, sondern auch, weil europäische Unternehmen eine noch nie da gewesene Gelegenheit erhalten, Know-how auszutauschen und für künftige Geschäftsperspektiven einzusetzen.” Guy Lacroix, der für Cofely Axima, Cofely Ineo und Cofely Endel zuständige Chef der GDF SUEZ Energy Services bestätigte dies: „Wir sind außerordentlich stolz darauf, dem größten internationalen Konsortium im Bereich der Fusionsenergie anzugehören. Alle Mitglieder bringen eine Vielzahl von Fähigkeiten und Sachkenntnissen ein; so können wir beweisen, dass wir eine Spitzenposition in einem industriellen Großprojekt wie ITER einnehmen können.” Jürgen Wild, Vorsitzender der Geschäftsführung der M+W Group ergänzte: „Dies ist ein hervorragendes Beispiel einer deutsch-französischen Zusammenarbeit von Unternehmen. Die Partner bündeln ihre Stärken, um gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieses internationalen Hightech-Projekts zu liefern.”

Die „ITER-Plattform” hat eine Fläche von 42 Hektar, und Europa ist für die Errichtung der Gebäude zuständig. Direkt am Bau beteiligt sind derzeit 250 Mitarbeiter; ihre Zahl wird bis Ende 2014 voraussichtlich auf zweitausend steigen. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, den Erfordernissen der rasch wachsenden Zahl von Arbeitskräften gerecht zu werden, und für die dort tätigen Unternehmen eine optimale Raumnutzung zu gewährleisten, damit die Errichtung aller Infrastrukturelemente parallel und rechtzeitig erfolgen kann.

Der Vertrag umfasst die Planung, die Lieferung, die Installation und die Inbetriebnahme der mechanischen und elektrischen Anlagen des Tokamak-Komplexes, der aus den Tokamak-, Diagnose- und Tritium-Gebäuden sowie umliegenden Bauten mit einem Volumen von insgesamt 97.200 Kubikmeter besteht. Mit dem Abschluss des Vertrags können jetzt alle in der Montagehalle erforderlichen Arbeiten beginnen, damit diese die hoch technisierten ITER-Komponenten gemäß den strengen Sicherheitsanforderungen aufnehmen kann.

Im Rahmen des Vertrags wird ein Beheizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungssystem geliefert, das leistungsstark genug ist, um einen Luftstrom von einer Million Kubikmeter pro Stunde zu bewältigen – das entspricht dem Luftvolumen, das 3,5 Mio. Menschen in einer Stunde ein- und ausatmen. Außerdem werden Leitsysteme, Stromversorgungen, Innen- und Außenbeleuchtung sowie die Gas- und Wasserversorgungssysteme installiert. Hinzu kommen modernste Feuermelde- und Löschsysteme mit zweitausend Brandmeldern sowie Armaturen und Fördereinrichtungen mit unterschiedlichen Schnittstellen, um die Gebäude und Systeme miteinander zu verbinden.

F4E / CT

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